E-Auto gecrasht

Mitsubishi i-MiEV ist recht sicher, aber nicht super

Motor
19.01.2011 11:04
Bei Elektroautos gibt es – vor allem wegen der Akkus – Bedenken hinsichtlich der Crashsicherheit. Der ÖAMTC hat in Zusammenarbeit mit seinen europäischen Partnerclubs nun das erste reine Elektrofahrzeug aus Großserienproduktion an die Wand gefahren: den Mitsubishi i-MiEV, der seit Dezember 2010 verkauft wird. Das Ergebnis: Kein Problem beim Akku, aber insgesamt ist er nicht so sicher wie aktuelle Kleinwagen.

"Bei den speziellen Faktoren Spannung und Batterie haben sämtliche Schutzvorrichtungen funktioniert - die Hochspannung im System wurde vollautomatisch abgeschaltet, die Akkuzellen wurden beim Aufprall nicht beschädigt. Insgesamt zeigt sich, dass der Mitsubishi i-MiEV in punkto Sicherheit zwar ganz gute Ergebnisse hat, aber nicht ganz an das Sicherheitspotenzial aktueller Kleinwagen heranreicht", fasst ÖAMTC-Cheftechniker Max Lang zusammen. Verbesserungspotenzial ortet der Clubexperte im Bereich der Insassensicherheit und bei der manuellen Abschaltmöglichkeit des Hochvoltsystems.

Erhöhtes Risiko für Fahrer und Beifahrer
Durchgeführt wurden ein Front-Crashtest mit 64 km/h und 40 Prozent Überdeckung sowie ein Heckaufprall mit 80 km/h und 70 Prozent Überdeckung. An den Aufprallbereichen Knie und unteren Extremitäten besteht noch Verbesserungsbedarf. Steife Amaturentafel- und Innenraumstrukturen bergen hier ein erhöhtes Verletzungsrisiko für Fahrer und Beifahrer. 

Mit serienmäßiger Ausstattung von Front-, Seiten- und Kopfairbags, wie auch aufseiten der aktiven Sicherheit mit ESP hat der i-MiEV eine gute Grundausstattung. Beim Heckaufprall wurde das Akkumulator-Paket zwar beschädigt, eine spezielle Hülle schützt aber jede einzelne Akkuzelle. Die Abschaltung des Hochvoltsystems funktionierte in beiden Fällen einwandfrei. Batterie und Spannung stellen also keine Gefahr für Insassen und Retter dar.

Rettungskarte erleichtert Bergung im Notfall
Darüber hinaus wurde das Fahrzeug nach den Crashtests von der Feuerwehr in Schneidversuchen mit der Bergeschere zu Problemen bei der Bergung untersucht. Dabei zeigte sich ein Problem: Die Vorrichtung zur manuellen Abschaltung des Hochvoltsystems befindet sich schlecht erreichbar unter dem Fahrersitz, das ist schlecht für die Rettungskräfte. Hilfreich ist allerdings die sogenannte Rettungskarte.

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