Der Focus soll in mehr als 120 Ländern verkauft werden; dass die Gleichteile-Quote „nur“ 80 Prozent beträgt, liegt an gesetzlichen Vorschriften der einzelnen Länder. Produziert wird er in Deutschland, den USA, Russland und China.
Dabei ist natürlich immer die Gefahr, dass man als Hersteller ein Allerweltsdesign kreiert. Tatsächlich fehlen dem neuen Focus Ecken und Kanten; dennoch wirkt er nicht langweilig, sondern vor allem in der Fließheckversion richtig sportlich, schnittig. Aus dem ziemlich großen mehrfach unterteilten Kühlergrill zieht sich ein eleganter Schwung an den länglichen Scheinwerfern (mit LED-Augenbrauen) vorbei über die Fronthaube hinein in eine coupéhafte Dachlinie. Die Heckleuchten breiten sich wie Farbkleckse über das seitliche Heck bzw. die hinteren Seiten. Das Heck wirkt unruhig, die Ladekante ist hoch angesetzt.
In die Länge gestreckt
Mit einer Höhe von 1,48 Metern ist der neue eineinhalb Zentimeter flacher als der alte Ford Focus, ebenso viel schmaler (1,82 Meter ohne Außenspiegel), aber 4,36 Metern um zwei Zentimeter länger. Zugleich legte der Radstand um einen Zentimeter auf 2,65 Meter zu (alle Abmessungen Fließ- und Stufenhecklimousine). Trotz verbesserter Crash-Eigenschaften, dem generell höheren Sicherheitsniveau und der umfangreicheren Serienausstattung ist das neue Modell nicht schwerer als sein Vorgänger.
Im Innenraum fällt besonders die sehr dominante Mittelkonsole auf; vor dem Fahrer sorgen zwei modern gestaltete Rundinstrumente mit blauen Zeigern für Information, darüber ein Multifunktionsdisplay mit allerlei Inhalt. Ein zweites Display (als Teil des sogenannten „Human Machine Interface“) ist in der Mittelkonsole platziert. Gesteuert werden sie jeweils über Vier-Wege-Schaltwippen inklusive mittlerer Auswahltaste, die in die Lenkradspeichen integriert sind.
High Tech wie in der Oberklasse
Der Focus ist der erste Ford mit dem neuen „Low Speed Safety System“. Hinzu kommen Fahrer-Assistenzsysteme wie Einpark-Assistent (Active Park Assist), Spurhalte-Assistent mit Spurhalte-Warnung (Lane Departure Warning, Lane Keeping Aid), Verkehrsschild-Erkennungssystem (Traffic Sign Recognition), automatischer Fernlicht-Assistent (Auto High Beam), Müdigkeitswarner (Driver Alert), Außenspiegel mit Toter-Winkel-Assistent (Blind Spot Information System) und die adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Auffahrwarnsystem (Adaptive Cruise Control).
Ford ist stolz darauf, einen Schwerpunkt auf Fahrdynamik gelegt zu haben. So soll der Focus mit außergewöhnlicher Lenkpräzision, unmittelbares Feedback von der Straße und verbesserten Federungskomfort glänzen. Serienmäßig ist das sogenannte „Torque Vectoring Control“-System verbaut. Diese aktive Fahrdynamikregelung regelt elektronisch die Aufteilung des Drehmoments zwischen den angetriebenen Vorderrädern durch gezielten Bremseingiff. Unerwünschtes Unter- oder Übersteuern in Kurvensituationen soll dadurch reduziert und die Traktion ebenso wie das Einlenkverhalten verbessert werden.
Nach Belieben stark und sparsam
Unter der Haube finden sich „EcoBoost“-Motoren. Dank Turbo und Direkteinspritzung reichen ihnen nun 1,6 Liter Hubraum für bis zu 182 PS und damit für Fahrleistungen beinahe auf GTI-Niveau. Daneben gibt es drei weitere Benziner mit 1,6 oder 2,0 Litern Hubraum und 105 bis 150 PS sowie vier Diesel, die bei identischem Hubraum ein Spektrum von 95 bis 163 PS abdecken. Wo Sportler auf bis zu 340 Nm, Sprintwerte von 7,9 Sekunden und Spitzengeschwindigkeiten von 224 km/h bauen können, will Ford nun auch die Sparer locken. Schon ganz ohne Econetic-Modell gibt es eine Reihe von Varianten mit Start-Stopp-Automatik, Energierückgewinnung, Doppelkupplungsgetriebe und variablem Kühllufteinlass. So kommt der sparsamste Benziner auf 6,0 Liter, der beste Diesel ist mit 4,2 Litern zufrieden.
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