13.04.2021 14:21 |

Corona-Forschung

Viren-Datenbank als neue Chance für Medikamente

Ein weiterer Schritt, um SARS-CoV-2 besser zu verstehen und damit bekämpfen zu können, gelang deutschen Forschern nun in München. Mittels Analysedaten aus 1200 Proben wurde erstmals die Kommunikation zwischen Virus und Zelle auf fünf Ebenen parallel dokumentiert.

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Dringt ein Virus in eine Zelle ein, kommt es zu einem Wechselspiel (Interaktion) zwischen Eiweißmolekülen des Erregers und denen des Körpers. Ein Team um Prof. Andreas Pichlmair, Experte für Immunpathologie von Virusinfektionen am Institut für Virologie der TUM, und Matthias Mann, Leiter der Abteilung Proteomics und Signaltransduktion am Max-Planck-Institut für Biochemie, hat systematisch festgehalten, wie menschliche Lungenzellen auf einzelne Proteine des Covid-19-Erregers SARS-CoV-2 und des schon länger bekannten SARS-Coronavirus reagieren. Dafür wurden mehr als 1.200 Proben mit moderner Massenspektroskopie (um Moleküle zu messen) analysiert.

„Durch unsere Untersuchungen können wir erstmals den einzelnen Bestandteilen des Erregers systematisch Funktionen zuordnen“, erläutert Pichlmair. „Eine vergleichbare Aufstellung gab es für SARS-CoV-2 bislang nicht“, ergänzt Matthias Mann. „Wir haben gewissermaßen fünf Dimensionen des Virus während einer Infektion unter die Lupe genommen.“

Die Datenbank soll unter anderem als Werkzeug dienen, um neue Medikamente zu finden. So konnten die Forscher bislang herausfinden, dass bestimmte Substanzen das Wachstum von SARS-CoV-2 hemmen. Unter den identifizierten Wirkstoffen waren solche, deren antivirale Funktion bereits bekannt ist, aber auch Substanzen, die noch gar nicht in Hinblick auf eine Wirksamkeit gegen das Virus und seine Mutationen in Betracht gezogen wurden. 

„Aktuell arbeiten wir an neuen Wirkstoff-Kandidaten für Covid-19, die wir durch unsere Analysen identifizieren konnten“, sagt Andreas Pichlmair. „Ich bin überzeugt, dass wir durch detaillierte Datensätze und intelligente Analysemethoden in Zukunft wirksame Medikamente gezielter entwickeln und Nebenwirkungen vorab eingrenzen können.“

Karin Podolak
Karin Podolak
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