Straße von Hormuz

US-Marine beschießt und entert iranischen Frachter

Außenpolitik
19.04.2026 23:01
Porträt von krone.at
Von krone.at

Das Chaos um die Straße von Hormuz geht weiter: Die US-Marine hat laut Präsident Donald Trump ein iranisches Frachtschiff im Golf von Oman beschossen und unter Kontrolle gebracht. Der Iran will unterdessen an den geplanten Friedensgesprächen in Pakistan nicht teilnehmen.

Der Frachter habe versucht, die von den USA errichtete Blockade iranischer Häfen in der Straße von Hormuz zu umgehen, schrieb Trump am Sonntag in seinem Onlinedienst Truth Social.

„Loch in Maschinenraum gesprengt“
Das iranische Schiff habe Aufforderungen zum Anhalten ignoriert, daraufhin habe der US-Lenkwaffenzerstörer „ein Loch in den Maschinenraum gesprengt“, erklärte Trump. Derzeit befinde sich der iranische Frachter unter Kontrolle der US-Marine.

Zuvor hatte der US-Präsident verkündet, dass eine Delegation aus Washington für Verhandlungen in die pakistanische Hauptstadt Islamabad gereist sei. Aus dem Iran hieß es am Sonntagabend aber, dass man nicht plane, an den Gesprächen teilzunehmen.

„Unvernünftige Forderungen“
Es gebe keine „eindeutige Aussicht auf fruchtbare Verhandlungen“, schrieb die amtliche Nachrichtenagentur Irna unter Berufung auf anonyme Quellen. Zur Begründung verwies die Agentur auf „unvernünftige und unrealistische Forderungen, häufige Änderungen der Haltung, andauernde Widersprüche und die Fortsetzung der sogenannten Seeblockade“ durch die USA. Die staatliche Nachrichtenagentur Fars zitierte eine anonyme Quelle, wonach die Aufhebung der US-Blockade gegen iranische Häfen Voraussetzung für weitere Gespräche sei.

Weitere Drohungen
Trump schrieb, die USA böten dem Iran einen „sehr fairen und vernünftigen Deal“ an. Er hoffe, dass der Iran diesen annehme. „Wenn sie es nicht tun, werden die Vereinigten Staaten jedes einzelne Kraftwerk und jede einzelne Brücke im Iran ausschalten“, wiederholte Trump zugleich seine Drohung. Es wäre ihm dann eine Ehre, das zu tun, was zu tun sei und was schon andere Präsidenten in den letzten 47 Jahren hätten tun sollen. Es sei an der Zeit, „der iranischen Tötungsmaschine“ ein Ende zu setzen.

Seitens der pakistanischen Regierung wurde offiziell noch nichts zu neuen Verhandlungen in Islamabad mitgeteilt. Kurz nach Trumps Ankündigung teilte das Außenministerium aber mit, Ressortchef Mohammad Ishaq Dar habe in einem Telefonat mit seinem iranischen Kollegen Abbas Araqchi betont, ein kontinuierlicher Dialog sei entscheidend, um die aktuellen Spannungen rasch zu entschärfen und Frieden sowie Stabilität in der Region zu fördern.

Nächste Meerenge vor Schließung?
Nachdem es am Samstag iranische Angriffe auf Handelsschiffe gegeben hatte, drohte jetzt auch die vom Iran unterstützte Houthi-Miliz im Jemen mit neuen Attacken. Ein ranghoher Vertreter sprach auch von einer möglichen Schließung der Meerenge Bab al-Mandab, die den Suezkanal und Europa vom Indischen Ozean und Asien trennt.

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