18.03.2021 07:13 |

Felipe Neto

Welle der Empörung nach Vorladung von YouTuber

In Brasilien haben Berichte über eine Vorladung des populären YouTubers Felipe Neto von der Polizei wegen seiner Anschuldigungen gegen Präsident Jair Bolsonaro eine Welle der Empörung ausgelöst. „Meine Solidarität mit Felipe Neto“, schrieb etwa Ex-Staatschef Luiz Inácio Lula da Silva auf Twitter. „Dass die Einschüchterungsversuche und die Zensur dieser Missregierung ihn nicht daran hindern mögen, sich weiterhin frei zu äußern.“

Auch andere Politiker und Prominente wie die TV-Moderatorin Fernanda Lima unterstützten Neto unter dem Motto „Sie werden uns nicht zum Schweigen bringen“. „#bolsonarogenocida“ (Bolsonaro Völkermörder), wie der YouTuber den Präsidenten bezeichnet hatte, war eine der am meisten genutzten Wortkombinationen auf Twitter in Brasilien am Dienstagabend.

Scharfer Kritiker Bolsonaros
Der in Rio de Janeiro geborene Felipe Neto, 33, ist mit mehr als 40 Millionen Followern und Abonnenten auf Twitter und bei YouTube einer der beliebtesten YouTuber Brasiliens. Das US-Magazin „Time“ wählte ihn zu einer der 100 einflussreichsten Persönlichkeiten des Jahres 2020. Bekannt geworden mit bunt gefärbten Haaren und lustigen Videos, hat Neto sich zu einem der schärfsten Kritiker des rechtspopulistischen Präsidenten Bolsonaro entwickelt.

Versagen in der Pandemie
Am Montag postete Neto auf Twitter ein Foto des Dokuments, mit dem ihn die Polizei in Rio de Janeiro für Donnerstag vorlud. Neto hatte Bolsonaro wegen der „offensichtlichen Abwesenheit einer öffentlichen Gesundheitspolitik inmitten der Pandemie“ in Brasilien, mit mehr als 280.000 Corona-Toten eines der am meisten betroffenen Länder, als „genocida“ (Völkermörder) bezeichnet.

Carlos Bolsonaro, einer der Söhne des Präsidenten, stellte Netos Tweet zufolge Strafanzeige wegen „Verbrechen gegen die nationale Sicherheit“. Neto wertete dies als Versuch, in der Bevölkerung Angst zu verbreiten.

Quelle: APA/dpa

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