Aufruhr im Revier

Wildschweine erlegt: Jetzt Jagd auf die Wilderer

Burgenland
29.07.2026 19:00

Wilddiebe treiben im burgenländischen Bezirk Oberpullendorf ihr Unwesen. Im jüngsten Fall wurden Schwarzkittel erlegt. Die illegale Jagd flog auf, weil ein Waidmann die Kadaverreste in einem Bach entdeckt hatte. Jetzt lässt die Behörde prüfen, ob der Befall der Afrikanischen Schweinepest ausgeschlossen werden kann.

Alarm schlug der Jagdleiter am Montagabend. Er meldete der Polizei eine Wilderei in der Ried Au in Langeck. Offenbar hatten Eindringlinge im Revier der örtlichen Gemeindejagd-Genossenschaft zwei Wildschweine erlegt und – den Spuren zufolge – die Schwarzkittel fachkundig ausgenommen.

Das frische Fleisch kam als verbotene Beute mit, die Überreste wurden von einer Brücke in den Zöbernbach geworfen. Der Fund der dreist entsorgten Kadaverteile, die ein Waidmann entdeckt hatte, hat den Fall ins Rollen gebracht. Laut den Ermittlungen erstreckt sich der mögliche Zeitraum des Abschusses von 13. bis 26. Juli.

Untersuchung der Knochenreste
Auf Anordnung der zuständigen Amtstierärztin wurden die aufgefundenen Knochenreste in die Obhut der Bezirkshauptmannschaft Oberpullendorf übergeben. In weiterer Folge ist eine genaue Untersuchung vorgeschrieben, die sicherstellen soll, dass die illegal getöteten Schwarzkittel nicht den Erreger der Afrikanischen Schweinepest mit sich herumgeschleppt haben.

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Sollte der Befund positiv ausfallen, müsste in dem betroffenen Gebiet ein temporäres Betretungsverbot verhängt werden.

Die zuständige Behörde

Hunde und Menschen erkranken zwar nicht an ASP, die ausschließlich Haus- und Wildschweine befällt, der Kontakt mit einem infizierten Kadaver könnte jedoch zur Verbreitung der Schweinepest beitragen. „Sollte der Befund positiv ausfallen, müsste in dem betroffenen Gebiet ein temporäres Betretungsverbot verhängt werden“, teilt die Behörde mit. Im aktuellen Fall wird auf das Ergebnis noch gewartet. Fest steht: Auf das Konto der Wilderer geht ein Schaden von 500 Euro.

Mit der Flinte auf illegaler Jagd, keine Rücksicht auf Schonfristen: Immer wieder gibt es im ...
Mit der Flinte auf illegaler Jagd, keine Rücksicht auf Schonfristen: Immer wieder gibt es im Mittelburgenland Hinweise auf Wilderer.(Bild: Kerschbaummayr Werner)

Mit illegalen Fangnetzen auf Jagd im Neusiedler See 
Wilderei ist kein Einzelfall! Jede Saison geraten Verdächtige ins Visier der Exekutive. Doch nicht nur in bewaldeten Revieren jagen unbekannte Täter Hirschen, Rehen & Co. hinterher. Auch im kostbaren Nass ist die Fauna vor illegalen Zugriffen nicht gefeit. Auf dem Neusiedler See sorgen gemeine „Schwarzfischer“ immer wieder für Ärger.

Heimlich haben es die kriminellen Petrijünger auf schmackhafte Zander, Wildkarpfen und andere Leckerbissen abgesehen. Mitten im idyllischen Naturschutzgebiet – unter anderem in der Nähe von Apetlon – hatte die Wasserpolizei in früheren Fällen bis zu 300 Meter lange Stellnetze entdeckt, die ohne Erlaubnis ausgelegt worden waren, um einen reichen Fang an Land zu ziehen. Die Netze werden meist sofort beschlagnahmt.

„Schwerer Eingriff“
„Das ist ein schwerer Eingriff in fremdes Jagd- und Fischereirecht. Oft halten sich die Schuldigen nicht einmal an Schonzeiten. Besonders rücksichtslose Täter tauchen bereits im Frühjahr auf und fangen sogar laichende Fische“, wissen erfahrene Ermittler. Aktuell liegt kein neuer Fall vor.

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