19.02.2021 10:02 |

US-Sanktionen

Huawei muss Produktion offenbar drastisch drosseln

Die US-Sanktionen machen Huawei weiter schwer zu schaffen. Einem Bericht zufolge soll der chinesische Smartphone-Hersteller seine Zulieferer jetzt über drastische Einschnitte in der Produktion benachrichtigt haben. Demnach sollen heuer 60 Prozent weniger Smartphones vom Band rollen als im Vorjahr.

Wie „Nikkei Asia“ unter Berufung auf mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen bei Zulieferern berichtet, soll Huawei diese darüber informiert haben, dass die Bestellungen für Smartphone-Komponenten heuer um mehr als 60 Prozent sinken werden. Statt der 189 Millionen Smartphones, die Huawei im Vorjahr noch auslieferte, rechnet der Konzern demnach in diesem Jahr nur noch mit einem Absatz von 70 bis 80 Millionen Smartphones. Einige Zulieferer gaben an, dass diese Zahl sogar noch auf 50 Millionen sinken könnte. Huawei wollte sich zu dem Bericht nicht äußern.

Dass es bei den Chinesen aber auch schon besser lief, ist bekannt: Im vergangenen Jahr fiel der Konzern den Marktforschern von IDC zufolge deutlich zurück und hielt im vierten Quartal nur noch 8,4 Prozent am globalen Smartphone-Markt - ein Minus im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 42,4 Prozent. Konkurrenten wie Oppo und Xiaomi zogen an der einstigen Nummer drei hinter Samsung und Apple vorbei.

Gerüchte über Total-Ausstieg aus Smartphone-Geschäft
Im November verkaufte Huawei seine Billigmarke Honor an ein Konsortium von mehr als 30 chinesischen Unternehmen, um dieser wieder Zugang zu kritischen Komponenten und Teilen zu verschaffen, die den US-Beschränkungen unterliegen. Denn während einige der Zulieferer von Huawei vom US-Handelsministerium die Erlaubnis erhalten haben, Teile zu liefern, fehlt dem Unternehmen laut „Nikkei Asia“ nach wie vor der Zugang zu Kernkomponenten für die besonders wichtigen 5G-Modelle.

Zwischenzeitlich machten sogar Berichte die Runde, Huawei könnte sich ganz von seiner Smartphone-Sparte oder zumindest seiner Oberklasse der P- und Mate-Reihe trennen. Darauf angesprochen, antwortete Firmengründer Ren Zhenfei zwar, dass er diesen Weg „niemals“ gehen würde, doch ohne die für die Produktion neuer Geräte nötigen Komponenten schaut es eben leider schlecht aus. Und die Hoffnungen, dass sich die Dinge unter der neuen US-Regierung von Joe Biden für Huawei zum Guten wenden, dürften bereits zerschlagen sein.

Keine Lockerung der Sanktionen in Sicht
Erst Anfang des Monats sagte die künftige US-Handelsministerin Gina Raimondo, dass es derzeit keinen Grund gebe, Unternehmen von der schwarzen Liste des Ministeriums zu streichen, da die meisten von ihnen aus Gründen der nationalen Sicherheit oder der Außenpolitik auf die Liste gesetzt worden seien.

Sebastian Räuchle
Sebastian Räuchle
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