18.09.2020 09:51 |

Elektrische Kupplung

Hyundai revolutioniert das manuelle Schaltgetriebe

Hyundai bringt eine neuartige Kupplung für manuelle Schaltgetriebe auf den Markt: Sie wird zwar wie üblich per Kupplungspedal betätigt, funktioniert aber elektrisch, als clutch-by-wire. Hyundai nennt das iMT - Intelligent Manual Transmission.

Manuelle Schaltgetriebe haben im Auto echte Vorteile: Sie sind leichter als Automatikgetriebe, außerdem billiger und sie machen Fans des aktiven Autofahrens mehr Spaß. Dass der Spritverbrauch mit ihnen grundsätzlich geringer ist, diese Zeiten sind längst vorbei. Mittlerweile haben sie zumeist Nachteile im Vergleich mit Wandlerautomatik oder Doppelkupplungsgetriebe, insbesondere weil ein Dahinrollen mit abgeschaltetem Motor nicht möglich ist. Beziehungsweise war, denn hier kommt Hyundais Erfindung ins Spiel.

Die iMT-Kupplung der Koreaner ist in der Lage, von selbst auszukuppeln, wenn der Fahrer den Fuß vom Gas nimmt. Dann wird der Motor abgeschaltet und das Auto rollt antriebslos dahin, ohne vom Motorschleppmoment gebremst zu werden. Dadurch wird die kinetische Energie optimal genutzt. Und ein Motor, der nicht läuft, verbraucht keinen Sprit. Der Fahrer soll von der neuartigen Funktionsweise der Kupplung nichts merken.

In Europa wird das iMT bereits im überarbeiteten Hyundai i30 bestellbar, in einer ganz neuen Baureihe kommt es ab Jänner mit dem Hyundai Tucson auf den Markt. Ende des Jahres soll auch die Facelift-Version des Hyundai Kona das IMT bekommen.

Das Getriebe an sich wird nicht verändert. Es wird lediglich mit einem zusätzlichen Getriebesteuergerät (TCU), einem Kupplungsaktuator und einem elektronischen Kupplungspedal ausgestattet.

Das Bild zeigt die zusätzlichen Komponenten:

Und so funktioniert es:

  1. Elektronisches Kupplungspedal: Früher diente das Kupplungspedal dazu, hydraulischen Druck mechanisch direkt an die Kupplung zu übertragen. Beim iTM ändert sich die Art und Weise der Kupplungsbetätigung insoweit, dass das elektronische Kupplungsbetätigungssignal an das TCU übertragen und anschließend der Aktuator angesteuert wird.
  2. TCU: Das TCU betätigt auf Basis verschiedener Eingangssignale den Aktuator, um ein- bzw. auszukuppeln. Das TCU empfängt Informationen vom Fahrzeug und gibt das Signal zum Neustart und zur Steuerung der Kraftstoffeinspritzung aus.Es empfängt außerdem die Signale von Kupplungspedal, Gangpositionssensor und Eingangsdrehzahlsensor sowie das Feedbacksignal des Kupplungsaktuators.
  3. Kupplungsaktuator: Er betreibt einen Elektromotor, der hydraulischen Druck zum Ein- bzw. Auskuppeln erzeugt.
  4. Gangpositionssensor: Dieser Sensor ist getriebeseitig montiert und ermittelt, welcher Gang momentan eingelegt ist, indem er die Position des Schaltmagneten erkennt, der über den Schaltzug mit dem Ganghebel verbunden ist.
  5. Eingangsdrehzahlsensor: Er erfasst die Eingangsdrehzahl und dient der Systemsteuerung.

Bei Fahrzeugen mit normalem Schaltgetriebe übernimmt der Fahrer den Gangwechsel und das Ein- und Auskuppeln vollständig, sodass, anders als beim Automatikgetriebe, kein Getriebesteuergerät notwendig ist. In Fahrzeugen mit iMT ist ein TCU verbaut, da das Getriebe nicht nur manuell vom Fahrer bedient wird, sondern auch eine Funktion vorhanden ist, die die Kupplung automatisch betätigt.

Das TCU ermittelt den Betriebszustand der Kupplung mittels verschiedener Sensorsignale und betätigt den Motor des Kupplungsaktuators, um durch Hydraulikdruck ein- bzw. auszukuppeln. Das TCU ist oberhalb des Kupplungspedals verbaut.

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).