Politikerranking

Medienpräsenz: Kurz und Anschober Spitzenreiter

Medien
06.08.2020 11:45

Das aktuelle APA-Comm-Politikerranking, das monatlich die Berichterstattung aller österreichischen Tageszeitungen analysiert, weist auch für Juli 2020 Bundeskanzler Sebastian Kurz als den medial meistgenannten Politiker Österreichs aus. In einem Monat mit vielfältiger politischer Themenlage führt der ÖVP-Chef mit 1195 Beiträgen das Ranking weiterhin an. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Die Grünen, 927 Beiträge) und Innenminister Karl Nehammer (514 Beiträge) folgen auf den Plätzen zwei und drei.

Kurz stand im Juli vor allem mit dem EU-Wiederaufbaufonds medial im Rampenlicht. Mehrere Tage lang verhandelten die Staats- und Regierungschefs über ein insgesamt 750 Milliarden Euro schweres Paket. Gemeinsam mit den Ländern Niederlande, Schweden, Dänemark und mit Einschränkungen auch Finnland versuchte Kurz, den Umfang von direkten nicht rückzahlbaren Zuschüssen zu minimieren und einen Rabatt für Österreich zu erwirken.

Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) (Bild: APA/HERBERT PFARRHOFER)
Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) und Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne)

Corona-Fallzahlen steigen
Die angesichts steigender Corona-Fallzahlen partielle Wiedereinführung der Maskenpflicht sorgte ebenfalls für mediale Aufmerksamkeit. Am Ende des Monats war das krankheitsbedingte Fernbleiben des Kanzlers vom Nationalen Sicherheitsrat zur Causa „Wirecard“ und die heftige Kritik vonseiten der Opposition das bestimmende Thema.

Aktuelles APA-Comm-Politikerranking im Juli: 

VfGH kippte Verordnungen: Anschober übte öffentlich Selbstkritik
Nachdem die allgemeinen Ausgangsbeschränkungen durch den Verfassungsgerichtshof für gesetzeswidrig erklärt worden waren, übte der im Politikerranking zweitplatzierte Gesundheitsminister Anschober öffentlich Selbstkritik. Er kündigte umfangreiche Strukturveränderungen im Gesundheitsministerium sowie eine höhere juristische Qualität bei zukünftigen Verordnungen an. Anschober präsentierte im Juli die Corona-Ampel, die zukünftig das Gefahrenpotenzial von Infektionen in österreichischen Bezirken anhand eines Farbschemas abbilden soll.

Integrationsministerin Susanne Raab und Innenminister Karl Nehammer (Bild: APA/Herbert Neubauer)
Integrationsministerin Susanne Raab und Innenminister Karl Nehammer
SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner und der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (Bild: APA/Helmut Fohringer)
SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner und der burgenländische Landeshauptmann Hans Peter Doskozil

Den dritten Platz nimmt Innenminister Nehammer ein, der mit Übergriffen türkischer Nationalisten bei Demonstrationen kurdischer und linker Aktivisten in Wien konfrontiert war. Nehammer forderte daraufhin einen „Schulterschluss gegen Radikalisierung“ und rief die involvierten Vereine auf beiden Seiten zur Zusammenarbeit auf. Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP, Platz 10) präsentierte in diesem Zusammenhang die neu geschaffene „Dokumentationsstelle Politischer Islam“.

Die Ränge vier und fünf belegen Verteidigungsministerin Klaudia Tanner (ÖVP, 443 Beiträge) und Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ, 423 Beiträge). Dieser übte medienwirksam Kritik an Tanners Reformplänen für das Bundesheer. Nach mehrmaliger Kritik an der Bundes-SPÖ zog Doskozil in Zweifel, ob die Bundesparteivorsitzende Pamela Rendi-Wagner (Platz 11, 277 Beiträge) die beste Spitzenkandidatin für die nächste Nationalratswahl wäre. Rendi-Wagner verwies als Reaktion auf die Mitgliederbefragung vom Mai. Gegen Ende des Monats geriet Doskozil aufgrund der Insolvenz der Mattersburger Commerzialbank in die Defensive.

Vizekanzler Werner Kogler (Bild: APA/Georg Hochmuth)
Vizekanzler Werner Kogler

Die weiteren Top-Platzierungen belegen Oberösterreichs Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP, Platz 6), Vizekanzler Werner Kogler (Die Grünen, Platz 7), Parteichef Heinz-Christian Strache (HC, Platz 8), Finanzminister Gernot Blümel (ÖVP, Platz 9) sowie Integrationsministerin Susanne Raab (ÖVP, Platz 10). Bereits zum zweiten Mal in Folge befindet sich kein FPÖ-Politiker in den Top-20.

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