In Wien verurteilt

Syrischer „Folteroffizier“ in Heimat festgenommen

Wien
15.08.2026 17:14
Porträt von krone.at
Von krone.at

Jener syrische Ex-Polizeichef, der nach seiner Verurteilung in Wien untergetaucht und zurück in seine Heimat gereist war, ist nun in Syrien gefasst und festgenommen worden. In dem Verfahren ging es um Folter und schwere Gewalt gegen insgesamt 21 Zivilisten unter dem Assad-Regime.

Syrische Sicherheitskräfte nahmen den in Wien verurteilten Moussab Abou R. am Samstag im Rahmen einer Operation gegen Personen fest, die in Terrorismusfälle verwickelt sind, wie die staatliche Nachrichtenagentur SANA unter Berufung auf den syrischen Inlandsgeheimdienst berichtete. Nun würden rechtliche Schritte gegen ihn eingeleitet.

Das Landesgericht Wien hatte R. im Juli der Folter und weiterer schwerer Straftaten an 21 Zivilisten für schuldig befunden. Trotzdem blieb er auf freiem Fuß und kehrte im Anschluss an die Urteilsverkündung nach Syrien zurück.

Das Oberlandesgericht Wien hatte nach der Festnahme und anschließender Verhängung der U-Haft einer Haftbeschwerde Folge gegeben und die vom Landesgericht für Strafsachen angenommene Fluchtgefahr verneint. Anschließend verließ Abou R. Österreich und soll am 29. Juli von der Türkei aus nach Syrien eingereist sein, berichtete ein Privatermittler dem Nachrichtenmagazin „News“. 

Demnach kehrte R. in seinen Heimatort im Süden des Landes zurück und wurde als Held willkommen geheißen. Die Familie von R. habe in sozialen Medien verbreitet, ihren „ehrenwerten Sohn“ in Empfang zu nehmen, „nachdem Allah ihm die Freilassung aus dem Gefängnis in Österreich gewährt hat“.

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