10.07.2020 08:45 |

Anrufe aus Tunesien

Behörde warnt vor massiver Telefon-Betrugskampagne

Die Rundfunk- und Telekom-Regulierungsbehörde (RTR) warnt vor einer massiven Welle betrügerischer Anrufe. Seit Juni habe man Hunderte Meldungen über sogenannte Ping-Anrufe erhalten - oft mit der tunesischen Ländervorwahl +216, sagte RTR-Chef Klaus M. Steinmaurer.

Im April und Mai sei die Lage vergleichsweise ruhig gewesen, nun langen aber - krone.at berichtete - immer mehr Beschwerden über Ping-Anrufe aus Tunesien und andere Telefonbetrügereien bei der RTR ein. Steinmaurer erzählt: „Im April erreichten wir quasi ein Tief mit ‚nur‘ 494 Beschwerden, im Mai gab es bereits wieder 681 neue Beschwerden und Ende Juni sogar 1518 - Tendenz massiv steigend.“

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Ruft man zurück, landet man unbemerkt bei teuren ausländischen Rufnummern oder Rufnummern von Satellitentelefonen. Man wird in einer Warteschleife hingehalten. Das Minutenentgelt ist ein hohes.

RTR-Warnung zu Ping-Anrufen

Häufung von Ping-Anrufen mit Vorwahl +216
Besonderes Risiko drohe derzeit durch Ping-Anrufe mit der tunesischen Vorwahl +216. Hier lassen die Betrüger das Handy der Zielperson nur einmal läuten und hoffen auf einen Rückruf. Die RTR warnt: „Ruft man zurück, landet man unbemerkt bei teuren ausländischen Rufnummern oder Rufnummern von Satellitentelefonen. Man wird in einer Warteschleife hingehalten. Das Minutenentgelt ist ein hohes.“

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Die Anzeige einer Rufnummer am Display kann man fälschen. Vergleichen lässt sich das mit einem Brief, auf den man eine falsche Absenderadresse schreibt. Daher lassen sich die Übeltäter bei Betrugsanrufen auch kaum bis gar nicht eruieren.

RTR-Chef Klaus M. Steinmaurer

Neben Beschwerden über Ping-Anrufe erreichten die Behörde auch solche zu dubiosen Lockangeboten, zu versuchter Datensammelei und angeblichen Umfragen und Gewinnspielen. Eine österreichische Nummer sei dabei kein Garant für ein seriöses Gegenüber. Steinmaurer: „Die Anzeige einer Rufnummer am Display kann man fälschen. Vergleichen lässt sich das mit einem Brief, auf den man eine falsche Absenderadresse schreibt. Daher lasen sich die Übeltäter bei Betrugsanrufen auch kaum bis gar nicht eruieren.“

Nicht abheben, nichts aufschwatzen lassen!
Der Rat des RTR-Chefs für die Österreicher: „Bei all diesen Anrufen, egal ob Ping-, Tech-Support- oder Robo-Calls, stehen ganz klar Betrugsabsicht, Abzocke oder Datenklau im Vordergrund. Wenn die Rufnummer am Display unbekannt ist, am besten gar nicht abheben und keinesfalls zurückrufen. Hebt man trotzdem ab, empfiehlt sich ein gesundes Misstrauen und sich nichts aufschwatzen lassen.“

Opfer können sich bei RTR-Meldestelle melden
Sollten Sie Ziel von Ping-Anrufen oder anderen Telefon-Betrügereien werden, empfiehlt es sich, bei der RTR-Meldestelle unter rufnummernmissbrauch.at vorbeizuschauen. Dort gibt es nicht nur ein Meldeformular, sondern auch eine Liste verdächtiger Telefonnummern. Steinmaurer ermutigt Opfer lästiger Anrufe, ihre Erlebnisse dort zu melden: „Damit können wir die Liste der betroffenen Vorwahlen immer aktuell halten, rechtzeitig Ping-Wellen erkennen und die Bevölkerung informieren.“

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