10.07.2010 10:56 |

Street View

Dienst beschert Google auch in Australien Ärger

Googles umstrittener Straßenfotodienst Street View hat dem Internetkonzern auch in Australien Ärger beschert. Wie die australische Datenschutzbeauftragte Karen Curtis am Freitag mitteilte, habe Google mit Street View gegen australische Gesetze verstoßen. Das Sammeln persönlicher Daten sei eine "ernsthafte Angelegenheit", sagte Curtis und forderte eine Entschuldigung. "Australier sollten vernünftigerweise annehmen können, dass private Kommunikation auch privat bleibt."

Google veröffentlichte in seinem australischen Internet-Blog umgehend eine Entschuldigung. Das Unternehmen habe einen Fehler begangen, für den es sich "aufrichtig entschuldige", teilte Google-Manager Alan Eustace mit. "Das Vertrauen der Leute zu erhalten ist äußerst wichtig für alles, was wir tun." Die künftigen Street-View-Aktivitäten des Internetkonzerns in Australien sollen nun einer Datenschutzprüfung unterzogen werden.

Google nimmt Street-View-Fahrten wieder auf
Erst am Donnerstag hatte der Konzern bekanntgegeben, in einigen Ländern die Erfassung von Straßenzügen wieder aufnehmen zu wollen. Man habe nun die Ausrüstung zur Registrierung von WLAN-Netzen von den Fahrzeugen entfernt, so Google. In der kommenden Woche werde man die Fahrzeuge in Irland, Norwegen, Südafrika und Schweden wieder auf Tour schicken.

Private WLAN-Netze ausspioniert
Google musste die Fahrten seiner Autos einstellen, nachdem bekanntgeworden war, dass bei den Aufnahmen auch persönliche Daten von Internetnutzern aus unverschlüsselten WLAN-Netzwerken aufgezeichnet worden waren. Das Unternehmen sprach anschließend von einem Fehler. Die Daten seien wegen eines Programmierfehlers in den für Street View verwendeten Kameraautos versehentlich erfasst worden. Die Hamburger Staatsanwaltschaft leitete ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Computerkriminalität gegen Google ein.

Fahrverbot in Österreich bleibt aufrecht
Auch die "ARGE Daten" in Österreich hat gegen Google Street View Anzeige erstattet. Sie bezweifelt die Erklärung, dass WLAN-Daten unabsichtlich angezapft wurden - schließlich sei das in 34 Ländern geschehen und seit dem Jahr 2007 nicht aufgefallen, argumentieren die Datenschützer. Die Street View-Autos stehen hierzulande derzeit ebenfalls. Die Datenschutzkommission (DKS) verordnete eine Zwangspause für die Fahrzeuge, diese soll zumindest noch über den Sommer aufrecht bleiben.

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