17.01.2020 12:24 |

Neue Studie zeigt:

Mehr Todesfälle durch Sepsis als durch Krebs

Alle drei Sekunden stirbt weltweit ein Mensch an einer Sepsis, elf Millionen waren es laut einer Studie im Jahr 2017. Damit ist diese Erkrankung, die fälschlicherweise auch als Blutvergiftung bekannt ist, eine der häufigsten Todesursachen und „ein größerer Killer als der Krebs“, wie nun der Global Burden of Disease Report (GBDR) der University of Washington in Seattle enthüllt. Besonders gefährdet sind Ältere, aber auch Kinder unter einem Jahr oder Menschen mit chronischen Erkrankungen.

Von einer Sepsis spricht man, wenn Infektionen im Körper außer Kontrolle geraten und zu einer systemischen Entzündungsreaktion führen. Sie wird durch Bakterien, Viren oder Pilze und deren Gifte ausgelöst und ist eine der aggressivsten Versionen einer Infektion. Ursachen können etwa Wund- und Harnwegsinfektionen, Lungenentzündungen, eine Bauchfellentzündung oder eine Grippe sein.

Die rechtzeitige Behandlung mit den richtigen Antibiotika ist die Basis einer erfolgreichen Sepsis-Therapie. Bei schweren Fällen bzw. später Diagnose führt eine Sepsis häufig zu Organversagen bzw. einem septischen Schock, was eine Intensivbetreuung notwendig macht. Das dabei am häufigsten betroffene Organ ist die Niere.

7500 Sepsis-Tote pro Jahr in Österreich
In Europa erkrankt jährlich etwa eine halbe Million Menschen an einer Sepsis. Für Österreich gibt es keine genauen Zahlen, Schätzungen gehen von 18.000 Patienten jährlich aus, wobei bei der Hälfte ein schwerer Verlauf verzeichnet wird. Rund 7500 Menschen sterben hierzulande jährlich an einer Sepsis, was acht Prozent aller Todesfälle in Österreich entspricht.

Damit liegt die Sepsis in der Alpenrepublik bei den Top-Todesursachen noch vor „Volkskrankheiten“ wie dem Schlaganfall, an dem 2018 laut Statistik Austria 4569 Menschen verstarben, Herzinfarkt (4527 Todesfälle), Lungenkrebs (4050 Todesfälle) oder Unfällen (2551 Todesfälle).

Wilhelm Eder
Wilhelm Eder
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