03.12.2019 11:46 |

„connect“-Netztest

Mobilfunker im Vergleich: Wer hat das beste Netz?

Welcher österreichische Mobilfunkanbieter hat das beste Netz? Das Fachmagazin „connect“ ist dieser Frage nachgegangen und hat für seinen alljährlichen Netztest untersucht, wer die Kunden am besten mit Sprach- und Datendiensten versorgt. Die Ergebnisse im Detail.

Für seinen Vergleichstest (connect.de/netztest) führte das Magazin zwischen dem 3. und 18. Oktober Messungen in ganz Österreich durch. Die sogenannten Drivetests mit dem Auto wurden in elf Groß- und 20 Kleinstädten absolviert (rund 6010 km). Jedes Fahrzeug war dabei mit sechs Smartphones vom Typ Samsung Galaxy S9 bestückt. Dabei nahm jeweils ein Smartphone pro Netzbetreiber die Sprachmessungen und ein weiteres die Datenmessungen vor. Zusätzlich führte ein Walktest-Team in sieben Städten in Gebieten mit großem Publikumsverkehr Messungen zu Fuß durch, beispielsweise in Bahnhofshallen, Flughafenterminals, Cafés und öffentlichen Verkehrsmitteln.

Außerdem wurde per Crowdsourcing erhoben, wie gut die Österreicher mit Sprach- und Datendiensten versorgt sind. Die endgültige Bewertung setzt sich aus den gewichteten Teilergebnissen zusammen, wobei die höhere Gewichtung der Datenmessungen (48 Prozent) gegenüber der Sprache (32 Prozent) berücksichtigt, dass Datenkommunikation für viele Nutzer heute einige wichtigere Rolle spielt.

Die Testergebnisse bei der Telefonie
Dass seit 2018 alle Netzbetreiber in Österreich die schnelle und qualitativ hochwertige Sprachtelefonie per VoLTE (Voice over LTE) unterstützen und diese Technik seither auch kontinuierlich ausgebaut haben, ist den Messwerten laut „connect“ deutlich anzusehen. Dabei überzeugt vor allem Magenta mit sehr kurzen Verbindungsaufbauzeiten, die nicht nur in Großstädten, sondern auch in den kleineren Städten und auf den Verbindungsstraßen im Durchschnitt unter einer Sekunde liegen.

Auch die Erfolgsquoten bewegen sich auf erfreulich hohem Niveau - selbst auf den Verbindungsstraßen liegen sie bei Magenta deutlich über 99 Prozent, und bei den beiden Mitbewerbern A1 und Drei nur knapp darunter. Dass im Drei-Netz auch in Kleinstädten nur 98,6 Prozent aller Test-Telefonate gelängen, sei Klagen auf hohem Niveau, so das Magazin.

Die Testergebnisse bei der Datennutzung
Das überzeugende Bild setzt sich bei den Datenmessungen fort. Mit dem kürzlich erfolgten Rollout von 4CA in den LTE-Netzen (Kombination von bis zu vier Frequenzbändern) hat Magenta in dieser Hinsicht laut „connect“-Test die Nase vorn. Auch A1 nutzt 4CA in seinem Netz, allerdings unterstützt die Firmware des für die Messungen verwendeten Samsung Galaxy S9 die von diesem Anbieter eingesetzte spezifische Frequenzkombination nicht vollständig.

In größeren und auch kleineren Städten erreicht Magenta mittlere Datendurchsätze von über 100 Mbit/s, in zehn Prozent der Fälle sogar über 200 Mbit/s. Die Werte von A1 liegen nur knapp dahinter, und auch Drei bietet hohe Datenraten und stabile Verbindungen.

Die Crowdsourcing-Ergebnisse
Alle drei Anbieter schneiden beim Crowdsourcing sehr gut ab - am deutlichsten kann hier Drei zulegen. Wie schon im Vorjahr weisen die Ergebnisse einen Vorsprung für A1 aus. Doch auch Magenta und Drei erreichen in dieser Kategorie sehr gute Resultate. Magenta liegt bei der Datenabdeckung (Netzversorgung mit 3G oder 4G) vorn, mit jeweils vergleichsweise kleinem Abstand folgen A1 und dann Drei. Bei der 4G-Abdeckung ist der Rückstand von Drei auf das Führungsduo etwas ausgeprägter. In städtischen Gebieten liegt Drei bei den Datenraten dagegen vorn.

Mobilfunk in der Bahn
Die schwierigste Disziplin sind Mobiltelefonate und Datenabrufe während einer Zugreise. Auch hier entsprechen die ermittelten Werte dem langjährigen Gesamtbild: Die drei österreichischen Anbieter liegen vor den deutschen, aber hinter den Schweizer Netzbetreibern. Im Vergleich zum Vorjahr konnten die Ergebnisse jedoch verbessert werden. Das gilt insbesondere für mobile Telefonate bei Magenta und A1.

Die Mobilfunknetze in der Einzelkritik

Platz 1: Magenta, 955 Punkte (max. 1000)
Wie im Vorjahr erzielt Magenta (ehemals T-Mobile Austria) den Gesamtsieg in Österreich. Den knappen Vorsprung von vier Punkten gegenüber dem Verfolger A1 verdankt der Gewinner den im Vergleich besten Ergebnissen sowohl in der Sprach- als auch in der Datenkategorie. Mit deutlichen Verbesserungen gegenüber dem Vorjahr erzielt Magenta die Bestnote „überragend“.

Platz 2: A1, 951 Punkte
Auch A1 Telekom schneidet „überragend“ ab und liegt im Kopf-an-Kopf-Rennen um den Gesamtsieg nur knapp hinter Magenta. Um dieses Niveau zu erreichen, hat sich der Anbieter im Vergleich zum Vorjahr erheblich verbessert. Zu den überzeugenden Ergebnissen zählt die exzellente Zuverlässigkeit, die wir im sechsmonatigen Crowdsourcing-Auswertungszeitraum beobachten konnten.

Platz 3: Drei, 908 Punkte
In der Gesamtwertung konnte sich der kleinste Anbieter gegenüber dem Vorjahr am deutlichsten verbessern. Dabei liegen die Leistungen bei den Sprach- und Datenmessungen trotz verschärfter Kriterien leicht über dem Vorjahresniveau. Klar zugelegt hat Drei beim Crowdsourcing-Ergebnis.

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