04.10.2019 08:29 |

Verschlüsselung

Facebook-Messenger: Regierungen fordern Hintertür

Die USA, Großbritannien und Australien haben Facebook aufgefordert, bei der geplanten Verschlüsselung seines Messenger-Dienstes eine Hintertür für Strafverfolgungsbehörden offenzulassen. Dies sei wichtig, um Kinder vor Gewalt und sexuellem Missbrauch zu schützen, erklärten die Regierungen in einem Brief an Facebook-Chef Mark Zuckerberg.

Gemeinsam mit dem Brief wurde auch ein Abkommen veröffentlicht, das rascheren Datenaustausch zwischen den drei Ländern ermöglichen soll. Es soll etwa die britische Regierung ermächtigen, Daten direkt von US-Technologieunternehmen anstatt über US-Behörden anzufordern.

„Schutz unserer Bürger“
Allein 2018 meldete Facebook fast 17 Millionen Fälle möglichen Kindesmissbrauchs, mit der geplanten Verschlüsselung wären rund zwölf Millionen Fälle davon aber wohl nicht bemerkt worden, wie es in dem Brief nach Angaben des US-Heimatschutzministeriums hieß. Die Kommunikation der Nutzer dürfe nicht so stark verschlüsselt sein, dass Ermittler diese im Bedarfsfall nicht lesen könnten, heißt es in dem Schreiben. Es gehe um „den Schutz unserer Bürger“.

Ende-zu-Ende-Verschlüsselung
Facebook
will seinen Messenger künftig stärker verschlüsseln. Mit der sogenannten End-to-End-Verschlüsselung hätte die Firma keinen Zugriff mehr auf die direkt von einem Nutzer zu einem anderen gesendeten und verschlüsselten Nachrichten. Damit könnte Facebook auch bei gerichtlich angeordneten Überwachungen oder Durchsuchungsbefehlen nicht mehr auf die Nachrichten zugreifen.

Diese Barriere könne es Kriminellen erlauben, einer Strafverfolgung zu entgehen, weil wichtige Beweise versteckt blieben, heißt es in dem Brief weiter. Unterschrieben wurde das Dokument von US-Justizminister Bill Barr, dem amtierenden US-Heimatschutzminister Kevin McAleenan, der britischen Innenministerin Priti Patel und ihrem australischen Kollegen Peter Dutton.

Facebook erteilt Forderung Absage
Facebook
verteidigte seine Pläne - und erteilte der Forderung der Minister eine Absage. „Wir wenden uns entschieden gegen Versuche von Regierungen, Hintertüren einzubauen“, erklärte das soziale Netzwerk. „Das würde die Privatsphäre und Sicherheit von Menschen überall untergraben.“

 krone.at
krone.at
Kommentare
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Produktvergleiche

Alle Produkte sehen
Newsletter