2009 starben 81 Biker

Tipps für einen sicheren Start in die Motorradsaison

Motor
02.04.2010 11:56
Mit den frühlingshaften Temperaturen startet nun wieder die Motorradsaison in Österreich. Im Jahr 2009 waren 3.024 Motorräder an Unfällen beteiligt, dabei wurden 3.034 Biker verletzt, 81 getötet. Damit ist zwar die Anzahl der bei Unfällen getöteten Motorradfahrer im Vergleich zum Jahr davor rückläufig (2008: 87 getötete Motorradfahrer), gestiegen ist aber die Anzahl der an Unfällen beteiligten Motorräder und der Verletzten (2008: 2.965 an Unfällen beteiligte Motorräder, 2.961 verletzte Biker). Der ÖAMTC gibt Tipps für den sicheren Start in die Saison.

"Die Erfahrungen aus den vergangenen Jahren zeigen, dass gerade zu Saisonbeginn viele Motorradfahrer ohne entsprechende Vorbereitung unterwegs sind", sagt ÖAMTC-Motorrad-Chefinstruktor Georg Scheiblauer.

Nach der langen Winterpause sind die Biker noch nicht 100 Prozent in Form. Auch die Pkw-Lenker müssen sich erst wieder an die Zweiradfahrer gewöhnen. Dazu kommen die fahrtechnischen Herausforderungen im Frühling. "Bei niedrigen Temperaturen haben die Motorradreifen einen schlechten Grip, in vielen Kurven und am Straßenrand liegt noch Rollsplitt", erklärt Scheiblauer. Der Bike-Profi rät daher, die ersten Ausfahrten mit großem Respekt anzugehen. Ideale Vorbereitung für die Saison ist ein Motorrad-Fahrtechniktraining.

Die Tipps des Motorradexperten 

  • Vorausschauendes und defensives Fahren. Der Selbstschutz im Straßenverkehr beginnt mit einer angepassten Fahrweise. Mit vorausschauendem, konzentriertem und kontrolliertem Fahren vermeidet man Risikosituationen. "Im eigenen Interesse muss ein Motorradfahrer damit rechnen, dass andere Lenker Fehler machen", sagt der Bike-Profi der ÖAMTC-Fahrtechnik.
  • Abstand halten. "Der richtige Abstand verschafft dem Biker auch das Sicherheitspolster, um Fehler von anderen Verkehrsteilnehmern zu korrigieren", sagt Scheiblauer.
  • Gefahrensituationen erkennen und vermeiden. Ein Biker sollte nie länger als notwendig im toten Winkel von Fahrzeugen fahren. Vorsicht auch vor Linksabbiegern - Autofahrer übersehen entgegenkommende Motorräder oder sie schätzen deren Tempo falsch ein. Will man als Biker ein Auto überholen, sollte man sicherstellen, dass man vom davor fahrenden Fahrzeuglenker wahrgenommen wird.
  • "Spuren lesen". Motorradfahrer müssen in der Lage sein, die Fahrbahn richtig zu lesen. Dunkle Flecken in Kurven etwa können gefährliche Diesel- oder Ölspuren sein. Die kleinen Teerwülste, mit denen Risse ausgegossen werden, werden unter Sonneneinstrahlung weich und schmierig.
  • Richtige Bekleidung. Neben einer umsichtigen Fahrweise hat auch die Bekleidung eine wichtige Schutzfunktion. Verantwortungsvolle Biker treten ihre Fahrt nur mit kompletter Schutzkleidung an - das gilt auch für den Sozius. Neben dem gesetzlich vorgeschriebenen Helm sind Motorradhandschuhe, feste knöchelhohe Schuhe, ein Rückenprotektor und ein Nierenschutz dringend anzuraten. Empfehlenswert sind außerdem Hose und Jacke aus reißfestem Material mit Schutzprotektoren.
  • Und zu guter Letzt ist ein Motorrad-Fahrtechniktraining oder zumindest ein Auffrischungskurs Gold wert.
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