Di, 23. April 2019
16.04.2019 09:34

JLR-Chef gibt Einblick

„Batterien sind Nadelöhr bei E-Auto-Produktion“

Dass Batterien bei Elektroautos eine Art Nadelöhr darstellen, ist den meisten Autofahrern klar. Logisch, sie begrenzen die Reichweite. Doch was den Wenigsten bewusst ist: Das Nadelöhr gilt auch für die Produktion. Mit ihnen steht und fällt, wie viele Elektroautos überhaupt gebaut werden können.

„Bei Elektrofahrzeugen stellt sich mir nicht die Frage, wie viele Autos ich produzieren, sondern wie viele Batterien ich einkaufen kann“, sagte Jaguar-Land-Rover-Chef Ralf Speth dem Branchenblatt Automobilwoche. Die Nachfrage nach Batterien sei derartig groß, dass „für die nächsten Jahre die Lieferfähigkeit limitiert“ sein werde. Speth erwartet darüber hinaus, dass die Preise für Batterien „zumindest in den nächsten zwei bis drei Jahren“ weiter steigen. Nicht nur JLR investiert daher in eigene Akku-Produktion.

Nicht zuletzt aus diesen Gründen kommt der vielgelobte und bereits mehrfach ausgezeichnete Jaguar I-Pace (in Österreich ab 78.770 Euro) nicht wirklich in die Gänge, obwohl er das erste reichweitenstarke, große Elektrofahrzeug eines renommierten Autoherstellers ist. „In der Tat ist die deutsche, aber auch die globale Verfügbarkeit angespannt.“

Einsparung von 2,5 Milliarden Euro und 5000 Jobs
Auch Jaguar Land Rover insgesamt kriselt. Dafür, wie viel das Unternehmen investiert, kommt zu wenig herein. „Erstens investieren wir enorm in ACES, das heißt autonomes Fahren, Vernetzung, Elektrifizierung und geteilte Mobilität. Zweitens erneuern und erweitern wir unser Produktportfolio. Drittens optimieren wir alle Verbrennungsmotoren. (…) Vor dem Hintergrund der aktuellen Herausforderungen ist das nicht einfach. Wir hätten uns das auch anders gewünscht.“ Absatzeinbußen bei Dieseln und schweren V8-Motoren machen den Briten durchaus das Leben schwer.

Doch ab sofort soll vieles anders werden. 5000 Stellen wurden gestrichen (2500 Zeitarbeitskräfte, 2500 freiwillige Abfindungen), insgesamt sollen 2,5 Milliarden eingespart werden. „Mindestens. Gehen Sie davon aus, dass wir ambitionierte Ziele setzen. Wir sind on track!“, sagte Speth der Auomobilwoche. Allianzen mit anderen Herstellern sind für Speth jedoch vorerst keine Option.

Die Zahl der Modelle wird sich hingegen reduzieren. Eines kommt allerdings wieder hinzu: Nächstes Jahr rollt der neue Land Rover Defender zu den Händlern. Er wird es nicht leicht haben, angesichts der 70 Jahre alten Legende, die er ablösen soll. In Anlehnung an ein Bibelzitat könnte man sagen: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass es der neue Defender in die Herzen der Fans schafft. Aber vielleicht gelingt ja auch ein großer Wurf mit dem „Defender von heute für morgen“.

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