Mo, 22. April 2019
07.04.2019 19:47

Kein Koreaner

Kia Ceed: Pragmatisch, sympathisch, unauffällig

Er fällt nicht auf, der Kia Ceed, so wie er da steht. Und das im besten Sinne. Klare Formen, LED-Scheinwerfer (optional), kein Klimbim wie Auspuff-Attrappen oder so ein Unsinn. Ohne den Tigernasengrill oder die Logos würde man nicht einmal die Marke erkennen. Und im geräumigen Innenraum ist ganz pragmatisch alles da, wo es hingehört. Ja, Touchscreen, aber auch Knöpfe und Regler für Klimaanlage und Soundsystem. Sympathisch, das alles.

Ich darf bei jedem Fahrtantritt nur nicht vergessen, auf einen Knopf links unterhalb des Lenkrads zu drücken und damit den aktiven Spurhalteassistenten auf Pause zu schicken. Dann ist alles gut. Der aufgesetzte Touchscreen verdient keinen Designpreis, liegt aber perfekt im Blickfeld und mit der Menüführung komme ich auch klar. Emotionen kommen nicht auf, der Kia ist ein Pragmatiker. Sogar die Innenraummaterialien sind so gewählt, dass man sich nicht über billige Oberflächen ärgern muss.

Ich sitze bequem, erfreue mich an der Mittelarmlehne, die gut platziert und außerdem verschiebbar ist - und wundere mich über ein leises Rauschen, das von rechts kommt. Es dauert ein bisschen, bis ich draufkomme, dass ich versehentlich die Sitzlüftung auf der Beifahrerseite eingeschaltet habe. Sitzlüftung! In einem koreanischen Kompaktwagen! Okay, eigentlich ist er kein Koreaner, er stammt komplett aus Europa und wird in Korea nicht einmal verkauft, aber das ist trotzdem ziemlich einzigartig. Kia schafft Wohlfühlatmosphäre (Konzernmutter Hyundai geht ausstattungsmäßig einen ähnlichen Weg).

Das Platzangebot gehört zum Besten, was in dieser Klasse angeboten wird. Obwohl der Ceed nur 4,31 Meter lang ist, kann ich es mit 1,88 Meter Körpergröße hinter dem für mich eingestellten Fahrersitz gut aushalten. In den Kofferraum passen 395 bis 1291 Liter. Der doppelte Boden ermöglicht eine fast ebene Ladefläche.

Schalten und walten
Ich bin unterwegs im starken Benziner, also mit dem 1,4-Liter-Vierzylinder mit 140 PS. Der ist prinzipiell leise, wird oben raus kerniger. Aber selbst das ist nicht unangenehm, sondern es macht sogar Freude, den Motor auszudrehen (das sind dann 6600/min.), weil er dabei so fein klingt. Neun Sekunden braucht er auf Tempo 100, maximal geht es bis 210 km/h, so weit, so normal. Auch der Testverbrauch geht für einen Benziner in Ordnung: 6,9 l/100 km. Der Motor dürfte nur gerne etwas besser ansprechen: Nach dem Hochschalten landet man meist kurz in einem Drehmomentloch, bevor er wieder zieht.

Apropos: Das manuelle Schaltgetriebe ist zwar exakt und klar zu schalten, fühlt sich aber klapprig-knochig an. Da wäre das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe die bessere Wahl, mit dem man dann auch den Stauassistenten mitbestellen kann, der das Fahrzeug bis 130 km/h selbst lenken kann.

Das Fahrgefühl passt. Das Fahrwerk schluckt Unebenheiten brav weg, ist aber auch nicht zu weich geraten (Mehrlenkerachse hinten). Auch die Lenkung macht einen guten Job, einigermaßen gefühlvoll und direkt, aber nicht übertrieben. Gepflegte Unauffälligkeit also auch hier. Wirklich auffällig ist nur, dass der Blinker relativ viel Lenkeinschlag braucht, um sich von selbst zurückzustellen.

Unterm Strich:
Wer einen Kompaktwagen sucht, der um leistbares Geld viel Auto bietet, gut zu fahren und zu bedienen ist und einem mit sieben Jahren Garantie einige Sorgen abnimmt, ist hier richtig. Der Einstiegspreis für den Kia Ceed liegt bei 17.490 Euro, mit dem hier gefahrenen Motor bei 23.590 Euro (erst ab dem zweiten Ausstattungsniveau Silber verfügbar). In der Topausstattung Platin werden 29.390 Euro fällig. Automatik kostet 2200 Euro extra. Wer manuell schalten will, sollte unbedingt bei einer Probefahrt ausprobieren, ob ihm das Getriebe nicht doch zu auffällig ist.

Warum?
Im besten Sinne unauffällig
Gutes Fahrverhalten

Warum nicht?
Das manuelle Getriebe fühlt sich nicht gut an

Oder vielleicht …
… Opel Astra, Hyundai i30; VW Golf, Seat Leon, Renault Mégane, Peugeot 308 etc.

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