Mi, 20. Februar 2019
03.02.2019 06:00

Allergie

Das ist nicht nur ein „bisserl Schnupfen“

Vorsicht: Allergien bewirken oft schwere Immunreaktionen und Folgebeschwerden, vor allem auf den Atemtrakt. Unbehandelt kann es sogar zu Asthma und Lungenschäden kommen.

Kann das wirklich sein? Rinnende Nase, verschwollene Augen, Niesanfälle und doch keine Erkältung? Leider bleiben Allergiker auch im Winter nicht von Beschwerden verschont. In den geheizten Wohnungen treibt die Hausstaubmilbe ihr Unwesen, Haustiere halten sich vermehrt drinnen auf, Hasel und Erle stehen trotz Winterwetter in den Startlöchern. Laut Pollenwarndienst stäuben nämlich bei Trockenheit und Temperaturen von 5 Grad bereits die „Frühstarter-Haseln“. So beginnt die Saison in manchen Regionen auch heuer wieder bereits Anfang Februar.

Ernstfall für die Abwehr oder blinder Alarm?
Bei Betroffenen kommt es zu einem immunologischen Problem: Ihre Körperabwehr hat „verlernt“, zwischen schädlichen Krankheitserregern und ungefährlichen Stoffen, z. B. Pollenbestandteilen oder Tierschuppen, zu unterscheiden. Die Reaktion fällt dann genauso heftig aus wie im Ernstfall - die Angreifer müssen so schnellstens aktiv werden. Es beginnt die Produktion von Abwehrstoffen (Antikörper vom Typ IgE).

Entzündung bei Kontakt mit dem Allergen
Schon beim nächsten Kontakt identifiziert der Körper den Stoff, veranlasst bestimmte Immunzellen, große Mengen Histamin und andere Gewebshormone freizusetzen. Dies bedingt eine Entzündung ausgehend von jenen Stellen, die mit den Allergenen in Kontakt kommen. Bereits kleinste Mengen des Allergens reichen aus, um zum Teil heftige Beschwerden auszulösen. Experten warnen daher davor, einfach abzuwarten und zu hoffen, dass es schon von alleine wieder vergehen wird. Univ.-Prof. Dr. Werner Aberer, Facharzt für Dermatologie aus Graz: „Allergien sind sehr häufig und verlaufen zu Beginn oft mild, und dies bei manchen Patienten über Jahre. Sie werden deshalb in vielen Fällen bagatellisiert. ,Nur ein bisschen Schnupfen‘, oder ,eine hoffentlich bald vorübergehende Atemnot‘, heißt es dann. Die Folgen einer nicht stattgefundenen oder inkorrekten Abklärung und Therapie können aber dramatisch sein: Sie verursachen immensen Leidensdruck und auch Kosten.“

Asthma als besonders dramatische Folge
Am Anfang reagiert der Körper meist nur auf ein bestimmtes Allergen. Im Lauf der (unbehandelten) Jahre entwickelt sich eine Verbreiterung des Auslöserspektrums bzw. Verschlechterung der Symptome. Asthma, irreversible Verschlechterung der Lungenfunktion aufgrund von Vernarbungen in den Atemwegen und lebensbedrohliches Kreislaufversagen sind mögliche Folgen, so der Experte. Jeder dritte Heuschnupfenpatient, der ganzjährig Symptome zeigt, bekommt zu einem späteren Zeitpunkt einmal Asthma. Dabei verdickt die unterste Zellschicht der Schleimhaut, sie vernarbt sozusagen und verliert ihre natürliche Funktion. Diese Umbauvorgänge sind dann auch mit der besten Therapie nicht mehr rückgängig zu machen.

Übrigens „beutelt“ auch die kalte Luft im Winter den Körper ganz schön und schränkt die Beweglichkeit draußen ein, denn die Kälte verengt die Bronchien. Ständiger Aufenthalt in (trockenen und überheizten) Innenräumen wiederum begünstigt Atemwegs-Infektionen, Sauerstoffarmut und Feinstaubbelastung. Ein Teufelskreis. Seit der Saison 2006/ 2007 ist der Anteil der Allergiker in unserem Land signifikant gestiegen (um 8 Prozentpunkte). Etwa 1,75 Millionen Menschen, jeder Vierte, gehört zu dieser Patientengruppe.

Immer mehr jüngere Menschen betroffen
Ein deutlicher Zuwachs ist bei der 15- bis 59-jährigen Bevölkerung zu verzeichnen. Ab 60 weist die aktuelle Statistik (Österr. Gesundheitsbericht) immerhin noch 18 Prozent Geplagte aus.

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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