Durch Geheim-Deals

Immer mehr unlöschbare Bloatware auf neuen Handys!

Digital
12.01.2019 15:53

Sie sind die Geißel vieler Smartphone-Käufer: Vorinstallierte Programme von der Hotelbuchungs-App bis zum sozialen Netzwerk, nach denen sie nie gefragt haben. Immer öfter kann diese „Bloatware“ nicht gelöscht werden, verbleibt also dauerhaft am Gerät. Wie sich nun herausstellt, ist dies das Resultat von lukrativen Geheim-Deals zwischen Smartphone-Herstellern und App-Entwicklern.

Das hat das Wirtschaftsnachrichtenportal „Bloomberg“ herausgefunden. Es berichtet über eine entsprechende Vereinbarung zwischen Samsung und Facebook, die dafür sorgt, dass das soziale Netzwerk in gewissen Ländern nicht von Smartphones wie dem Galaxy S8 deinstalliert werden kann. 

Deaktivierung ist nicht gleich Deinstallation
Stattdessen kann man die App lediglich „deaktivieren“. Dabei verbleibt die Anwendung allerdings am Gerät, verbraucht also Speicherplatz. Eine Praxis, die viele Samsung-Nutzer seit Jahren kritisieren, die nach Ansicht von App-Herstellern aber ebenso gut sei wie eine richtige Deinstallation.

(Bild: APA/AFP/KAREN BLEIER)

Facebook weist darauf hin, nicht nur mit Samsung solche Vereinbarungen getroffen zu haben, sondern auch mit einigen anderen Herstellern von Android-Smartphones, oft auf bestimmte Regionen oder Modelle beschränkt. Das macht die Sache für die Kunden intransparent: Ob sie Bloatware am Gerät vorfinden und ob diese deinstallierbar ist, erfahren sie erst nach dem Kauf.

Bloatware-Feinde nutzen Android One
Dass unerwünschte Software-Dreingaben für viele Nutzer durchaus kaufentscheidend sind, beweist die steigende Beliebtheit von Android-Smartphones mit dem unverfälschten Android One. Diese Variante des Betriebssystems ist frei von Bloatware und entspricht genau den Vorgaben von Google, verzichtet also auch auf herstellerspezifische App-Dreingaben oder Interface-Varianten.

(Bild: HMD Global)

Diese schlanke Software ohne Schnörkel findet man unter anderem auf den neueren Smartphones von Nokia - etwa dem Nokia 7 Plus oder dem Nokia 6.1. Auch andere Hersteller wie Lenovo mit der Smartphone-Markt Motorola bieten Android-One-Smartphones an.

Die Hersteller verzichten dabei allerdings auch auf eine in einem sich verschärfenden Konkurrenzkampf potenziell an Bedeutung gewinnende Einnahmequelle. Immerhin bezahlen die App-Hersteller dafür, dass ihre Anwendungen - womöglich unlöschbar - die Käufer fabrikneuer Smartphones gleich beim ersten Start anlachen.

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