Mo, 19. November 2018

krone.at-Test

25.06.2018 09:48

Nokia 7 Plus: Technik der Oberklasse zum Sparpreis

Es ist dermaßen populär, dass der Hersteller kaum mit der Produktion nachkommt: Das Nokia 7 Plus greift mit Oberklasse-Features wie 18:9-Display, Doppelkamera und edlem Chassis zum Kampfpreis die Platzhirsche Samsung, Apple und Huawei an. Im Gegensatz zu den Rivalen hat das in der oberen Mittelklasse beheimatete Gerät keinerlei Software-Anpassungen und setzt stattdessen auf Android One nach Google-Vorgabe. Wie gut der potenzielle Preis-Leistungs-Messias wirklich ist, hat krone.at getestet. Hier geht‘s zum Produkt. 

Die Marke Nokia unter dem Dach von HMD Global treibt die Konkurrenz in der Einsteiger- und Mittelklasse ordentlich vor sich her, hat es jüngst sogar wieder unter die Top-5-Handyhersteller in Europa geschafft und einst durchaus populäre Marken wie LG, Sony oder HTC hinter sich gelassen. In der Oberklasse hatte Nokia bisher aber weniger Glück: Das rasante Wachstum kam primär von günstigen Geräten, während vom Flaggschiff „Scirocco“ eher geringe Stückzahlen verkauft werden.

Mit dem Nokia 7 Plus drängt der Hersteller nun zunehmend ins gehobene Preissegment - allerdings in die gehobenen Mittelklasse. Für 350 bis 400 Euro bietet das Nokia 7 viele Features, die man bisher eher in doppelt so teuren Geräten gefunden hat.

Welche Hardware HMD Global genau im Nokia 7 Plus verbauen lässt, erfahren Sie hier:

Nokia 7 Plus

CPU

Snapdragon 660: 4 x 2,36 + 4 x 1,84 Ghz

RAM

4 GB

Diagonale

6 Zoll

Auflösung

2160 x 1080 Pixel

Speicher

64 GB

microSD-Slot

bis 256 GB

Hauptkamera

Hauptkamera: 12 Megapixel (F/1.75); Phase Detection Autofokus; Dual-LED-Blitz
Zweitkamera: 13 Megapixel (F/2.6); Teleoptik

Frontkamera

16 Megapixel

Funk

LTE, Gigabit-WLAN, Bluetooth 5.0, NFC, GPS, GLONASS, BeiDou

Maße

158,4 x 75,6 x 9,55 Millimeter; 183 Gramm

Akku

3800 mAh

Extras

Metall-Keramik-Chassis
Dual-SIM
Android One
Fingerscanner

Software

Android 8.1

Preis

ca. 370 Euro

In puncto Rechenleistung ist das Nokia 7 Plus ein stimmiges Gesamtpaket. Der verbaute Snapdragon-660-Chip gehört zwar nicht zur Oberklasse, bietet aber für jeden genug Leistung, der in einem Smartphone kein Gaming-Gerät sieht.

In Kombination mit hinreichend RAM wird Android absolut flüssig dargestellt. Apps starten schnell, beim Multi-Tasking gibt es keine Probleme. Die Leistung reichte im Test durchaus auch für anspruchsvollere Games, sie werden allerdings im Vergleich zur Oberklasse mit reduzierten Details dargestellt. In Zahlen gesprochen schafft das Nokia 7 im Benchmark-Vergleichstest „AnTuTu“ rund 141.000 Punkte, die aktuell schnellsten Smartphones schaffen über 210.000.

Die Kamera ist ebenfalls vollkommen in Ordnung. Die 12-Megapixel-Doppelkamera bietet - ähnlich wie bei Apple und Huawei - eine Zoomlinse, mit der sich Motive optisch um den Faktor zwei vergrößern und Unschärfespielereien in die Fotos einbauen lassen. Die Hauptkamera selbst ist angenehm lichtstark und sollte somit auch in Innenräumen bei suboptimalen Lichtbedingungen noch vergleichsweise gute Aufnahmen liefern.

Im Zwielicht lässt die Kamera nach
Unsere Erfahrung mit der Kamera: Bei gutem Licht - draußen oder in hell beleuchteten Räumen - haben wir scharfe und detailreiche Fotos mit dem Nokia 7 Plus geknipst. Unter schwierigeren Lichtbedingungen tut sich das Gerät schwerer. Wer keine ruhige Hand hat, könnte Verwackler produzieren, weil das Gerät nicht wie die Oberklasse über optische Bildstabilisierung verfügt. Im Test schien sich das 7 Plus überdies im Zwielicht schwer zu tun, zuverlässig auf Objekte scharf zu stellen. Vereinzelt erschienen uns die Bilder recht stark softwareseitig nachbearbeitet.

Das soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Kameraqualität - auch bei der Frontkamera - im gehobenen Mittelfeld des derzeit Verfügbaren spielt und für den Alltag der allermeisten Anwender vollkommen ausreicht.

Sehr gutes Display, hochwertiges Chassis
Ausgesprochen gut hat uns im Test das Display des Nokia 7 Plus gefallen. Hohe Schärfe und Helligkeit werden hier mit guter seitlicher Ablesbarkeit und handlichem Seitenverhältnis kombiniert. Bei der Schwarzdarstellung und beim Kontrast merkt man zwar, dass man es hier mit keinem AMOLED-Display zu tun hat. Doch auch hier gilt: Für den Alltag vollkommen angemessen!

Besser als man es bei einem Gerät der Preisklasse unter 400 Euro erwarten würde, hat uns die Verarbeitung des Nokia 7 Plus gefallen. Es fühlt sich mit dem hübschen Chassis aus kupferfarbenem Metallrahmen und Keramikrückseite deutlich teurer an, als es ist. Das Gehäuse ist steif und stabil, Verarbeitungsmängel konnten wir am getesteten Gerät keine entdecken. Klar bieten noch teurere Geräte Features wie Dichtungen, die vor eindringendem Wasser schützen. Wer das aber nicht braucht, findet im Nokia 7 Plus ein sauber gemachtes Gerät.

Zeitgemäße Ausstattung, gute Akkuleistung
Die Ausstattung ist zeitgemäß: Aktuelle Funkstandards, zwei SIM-Kartenslots und die Möglichkeit zur Speichererweiterung seien positiv hervorgehoben. Dass es hier im Gegensatz zum großen Bruder Nokia 8 Scirocco noch einen Kopfhöreranschluss gibt, hat uns ebenfalls gut gefallen.

Beim Akku hätten wir uns angesichts der stolzen Kapazität von 3800 Milliamperestunden noch etwas mehr erwartet. Der Stromlieferant bringt das Nokia 7 Plus zwar auch bei intensiver Nutzung zuverlässig durch den Tag, einen zweiten Tag Betrieb schinden aber nur sparsame User heraus, die meisten werden den halbleeren Akku am Ende des Tages aufladen.

Android One: Software ohne Dreingaben
Ein Wort zur Software: HMD installiert am Nokia 7 Plus wie auf all seinen neueren Nokia-Smartphones Android One, sozusagen die unangepasste Originalversion von Android, die direkt von Google aktualisiert wird. Das hat den Vorteil, dass man Updates und neue Android-Versionen schneller erhalten sollte als Besitzer anderer Smartphones.

Neben flotten Updates ist ein zweiter Vorteil, dass keine Bloatware installiert ist. Man hat zwar eine hauseigene Kamera-App installiert, davon abgesehen entspricht die Software aber dem, was sich Google unter einem schnörkellosen Android vorstellt. Keine KI-Assistenten, die man womöglich gar nicht will. Keine Bloatware von irgendwelchen Partnerfirmen. Uns hat das im Test ausgesprochen gut gefallen.

Fazit: Das Nokia 7 Plus macht den Griff zum Oberklasse-Smartphone für viele Nutzer obsolet. Mit Ausnahme der Kamera, die vor allem im Schlechtlicht nicht an die Performance der Android-Avantgarde heranreicht, ist das Gerät in vielerlei Hinsicht - Leistung, Display, Ausstattung, Verarbeitung, Handling - eine alltagstaugliche und hochwertige Alternative zum 800-Euro-Smartphone. Manches hat uns sogar besser gefallen als bei den Marktführern - die Software zum Beispiel.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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