Vöslau vor Premiere

Keeper Kaiper: „Das ist nur mehr verrückt!“

Sport
06.06.2026 09:30

Für die Jags wäre es die erste Meisterschaft der Vereinsgeschichte, für ihren Keeper Flo Kaiper bereits die dritte. Der 32-fache Teamspieler stand beinahe vor dem Nichts, könnte jetzt der Vöslauer Titeltrumpf werden. Obwohl er vor der Auswärtskulisse warnt ...

„Ich war drei Monate lang vereinslos, hatte große Angst, gar nichts mehr zu finden.“ Handball-Goalie Flo Kaiper stand nach einem gescheiterten Engagement in Deutschland zu Saisonstart vor dem sportlichen Nichts. Ein halbes Jahr später könnte er zum Vöslauer Titel-Trumpf werden ...

Nach zwei starken Saisonen bei Linz sollte es für ihn im Sommer 2025 eigentlich zum deutschen Bundesligisten HSG Wetzlar gehen. „In dieser Liga zu spielen, war und ist bis heute mein größter Traum.“ Doch er platzte, im August stand Kaiper plötzlich ganz ohne Verein da, hielt sich bei Jugendklub West Wien fit. „Das war keine einfache Zeit. Es gab Angebote, aber da hat nicht alles gepasst. Das war mir immer schon enorm wichtig“, erzählt der Wiener.

Als Ende Oktober Vöslau anklopfte, passte aber alles. Der 32-fache Nationalteamspieler entwickelte sich auf Anhieb zum Leistungsträger, hat großen Anteil an der Serie von 13 Siegen in Folge. Übrigens der längsten seit Bregenz 2005/06. „Das ist nur mehr verrückt“, kann es Kaiper gar nicht glauben. „Aber hier läuft alles zusammen, der Titelkampf ist die logische Konsequenz.“

Die Fans der Jags wollen auswärts bei den Fivers dagegen halten
Die Fans der Jags wollen auswärts bei den Fivers dagegen halten(Bild: GEPA)

Das dritte Tänzchen
Wie man so einen für sich entscheidet, weiß der 31-Jährige nur zu gut, wurde mit West Wien (2022/23) und Linz (2023/24) Meister. Wobei er beim Triumph der Wiener verletzt auf der Bank zuschauen musste, erst im Jahr später erstmalig Finalluft schnuppern durfte. „Du musst es behandeln wie jedes Spiel, sonst machst du dich verrückt“, weiß Kaiper, worauf es ankommt. „Reinhauen musst du alles, die letzten Prozente rausholen.“

Die kitzelt auch Tormann-Kollege Tom Bauer aus ihm heraus. „Er hat viel Erfahrung. Ich profitiere enorm von ihm, wir pushen uns gegenseitig. Und haben beide denselben Vogel, den man als Handball-Goalie braucht“, grinst Kaiper. Der weiß, dass nach dem Sieg im ersten Spiel der best-of-3-Finalserie gegen die Fivers noch nichts entschieden ist, sie am Samstag (20.35 Uhr) in der Hollgasse ein absoluter Hexenkessel erwartet. „Bei solchen Spielen brennt dort wirklich die Halle!“ 

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