Mehr als vier Jahre ist es jetzt her, dass Russland die Ukraine angegriffen hat. Es gibt Schätzungen, dass seither mehr als eine Million Menschen ihr Leben verloren haben – Soldaten und Zivilisten auf beiden Seiten.
Und derzeit hat es den Anschein, als würde der Krieg sich noch massiver gegen Zivilisten richten, als das schon bisher der Fall war. Ebenfalls auf beiden Seiten. In einzelnen Bombennächten verschießt Russland Hunderte Drohnen und Dutzende Raketen auf ukrainische Städte, aber auch die Ukraine nimmt zunehmend zivile Ziele weit im Inneren Russland ins Visier – bis Moskau oder Sankt Petersburg.
Alles sieht also nach einer weiteren Eskalation des Krieges aus.
Tatsächlich aber dürften die massiven Luftangriffe eine Reaktion auf die derzeit ausweglos erscheinende Pattsituation an der mehr als 1200 Kilometer langen Front sein. Die Frühjahrsoffensive der Russen ist im ukrainischen Drohnenwall hängen geblieben. Es gab keine nennenswerten Gebietsgewinne. Aber auch die Ukraine ist nicht in der Lage, vorzurücken.
Da fällt es auf, dass sowohl Kreml-Chef Wladimir Putin als auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj plötzlich davon reden, der Krieg könne noch in diesem Jahr zu Ende gehen. Selenskyj hält eine Waffenruhe schon vor dem Winter für möglich.
Haben beide Seiten die Sinnlosigkeit des gegenseitigen Abschlachtens eingesehen? Man kann es nur hoffen ...
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