27.11.2018 09:28 |

Datenhunger im Visier

Verbraucherschützer gehen gegen Google vor

Verbraucherschützer aus sieben europäischen Staaten wollen gegen möglichen Datenmissbrauch des Internet-Riesen Google vorgehen. Wie der europäische Verbraucherschutzverband Beuc am Dienstag mitteilte, wollen die Verbände aus Norwegen, den Niederlanden, Griechenland, Tschechien, Slowenien, Polen und Schweden bei ihren jeweiligen Datenschutzbehörden Beschwerde einlegen. Der deutsche vzbv prüft eine Unterlassungsklage.

Die Verbraucherschützer argumentieren, dass das US-Unternehmen mit seiner Verfolgung von Nutzer-Standorten gegen die europäische Datenschutz-Grundverordnung verstoße. „Standorte können viel über Menschen enthüllen, religiöse Überzeugungen, politische Überzeugungen, den Gesundheitszustand und die sexuelle Orientierung“, hieß es in einer Mitteilung.

Googles Betriebssystem Android finde sich auf etwa zwei Milliarden Smartphones weltweit. Das Unternehmen nutze dabei verschiedene Tricks, um sicherzustellen, dass Nutzer die Standort-Ortung angeschaltet ließen beziehungsweise nicht abschalteten. Die gesammelten Daten würden dann für vielfältige Zwecke genutzt, unter anderem für gezielte Werbung.

Google habe jedoch keinen ausreichenden rechtlichen Grund, diese Daten zu verwenden, und verstoße daher gegen EU-Recht, hieß es von den Verbraucherschützern weiter. Die Zustimmung der Nutzer zur Erfassung und Verarbeitung der Daten werde unter diesen Umständen außerdem nicht freiwillig gegeben.

„Datenhunger ist atemberaubend“
„Googles Datenhunger ist offenkundig, aber das Ausmaß, mit dem es seine Nutzer in die Irre führt, um jede Bewegung mitzuverfolgen und zu Geld zu machen, ist atemberaubend“, sagte Beuc-Generaldirektorin Monique Goyens.

Google erfasst Standort selbst nach Deaktivierung noch
Forscher der Universität Princeton hatten vergangenen August herausgefunden, dass Google selbst dann noch Positionsdaten speichert, wenn die entsprechende Funktion „Standortverlauf“ deaktiviert wurde.
Endgültig abschalten lässt sich die Positionsverfolgung nur über einen Menüpunkt, der auf den ersten Blick in keinem Zusammenhang mit den Koordinaten des Nutzers steht, nämlich durch Deaktivierung der „Web- und App-Aktivitäten“ in den Datenschutzeinstellungen.

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