Mo, 20. August 2018

Sie schürfen Geld!

20.04.2018 16:40

Nach Erpressertrojanern boomen jetzt Krypto-Viren

In den letzten Jahren ist die Gefahr durch Erpressertrojaner, die persönliche Daten verschlüsseln und erst nach Zahlung eines Lösegelds wieder freigeben, stets gewachsen. Doch nun boomt eine neue Kategorie von Schadsoftware. Krypto-Mining-Viren übernehmen den Computer und nutzen seine Rechenkraft, um für Cyberkriminelle im großen Stil Bitcoins und andere Kryptowährungen zu schürfen. Für die Hintermänner ein Millionengeschäft.

Das berichtet der IT-Sicherheitsdienstleister Comodo in seinem jüngsten Bedrohungsreport für das erste Jahresviertel 2018. Demnach gehe mittlerweile jede zehnte Vireninfektion auf Krypto-Mining-Viren zurück. Im März entdeckten die Virenjäger etwas mehr als 71.500 Erpressertrojaner und 127.000 Krypto-Viren. Die schürfenden Schädlinge werden im Cyber-Untergrund also immer beliebter.

Das ist laut „Heise Security“ auch kein Wunder. Die rasant steigenden Kurse vieler Kryptowährungen - bei Schürf-Malware ist insbesondere die Währung Monero beliebt - lassen bei Cyberkriminellen die Kassen klingen. Der russische Antivirendienstleister Kaspersky hat etwa erst kürzlich einen Coup mit solchen Krypto-Viren beobachtet, bei dem die Hintermänner innerhalb eines halben Jahres mit 10.000 infizierten Computern sieben Millionen US-Dollar gemacht haben.

Abwehr gegen Erpressertrojaner in Stellung
Ein weiterer Grund für den Boom bei Krypto-Viren dürfte sein, dass sich die Gefahr durch Erpressertrojaner in den letzten Jahren herumgesprochen hat und sich Unternehmen und Privatleute immer besser gegen diese Bedrohung absichern. Mittlerweile bietet Sicherheitssoftware oftmals einen Verschlüsselungsschutz für bestimmte Ordner und auch Windows 10 hat jüngst in einem Update eine Anti-Erpressertrojaner-Funktion spendiert bekommen.

Dass die Gefahr durch Erpressertrojaner angesichts des Aufstiegs der Krypto-Mining-Viren gebannt ist, glauben Experten trotzdem nicht. Weil die Antivirenunternehmen ihre Produkte jetzt verstärkt gegen Krypto-Malware in Stellung bringen, ist es nicht auszuschließen, dass die Cyberkriminellen sich bald mit neuen, verbesserten Erpressertrojanern zurückmelden.

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Newsletter

Melden Sie sich hier mit Ihrer E-Mail-Adresse an, um täglich den "Krone"-Newsletter zu erhalten.