Beau là là!

Peugeot 508: Sitzprobe im Franzosen-Arteon-A5

Motor
11.03.2018 16:53

Peugeot trägt auf dem Genfer Salon richtig dick auf - und, wie es scheint, zu Recht. Ein haushoher Marken-Löwe wacht über die ersten Exemplare des neuen Peugeot 508, den die Franzosen selbstbewusst als Konkurrenten für den Audi A5 Sportback, aber auch für den VW Arteon positionieren. Tatsächlich ist ihnen ein Designstück gelungen, das mit seiner Coupé-Linie richtig anmacht. Zum Start in einer topausgestatteten „First Edition“.

Es ist eine der großen Moden zurzeit im Automobildesign: Dach tieferlegen, Linien fließen lassen und von „Coupé“ sprechen. So macht es auch Peugeot. Im Vergleich zum Vorgänger fehlen dem Neuen nicht nur acht Zentimeter Länge, sondern auch ganze sechs Zentimeter Höhe. Wobei wir von „fehlen“ gar nicht sprechen wollen, denn die 4,75 Meter lange und 1,40 Meter hohe Mittelklasselimousine bietet hervorragende Platzverhältnisse, die nicht zuletzt vom leicht gekürzten, mit 2,79 Meter aber noch immer ziemlich ausladenden Radstand herrühren.

Kein Zwicken an den Knien der Rücksitzpassagiere, auch die Kopffreiheit ist vorbildlich. Lediglich beim Aussteigen sollte man nicht vergessen den Kopf einzuziehen, wenn er nicht Bekanntschaft mit dem (zum Glück nicht kantigen) Türausschnitt machen soll. 

Fürs Gepäck stehen 487 Liter Fassungsvermögen bereit, die sich durch Umklappen der (1:/3 zu 2/3 geteilten) Rücksitzlehnen auf 1537 Liter erweitern lassen.

Konsequenterweise sind die Türen rahmenlos, weisen also freistehende Scheiben auf - ein Grund dafür, dass die flache Dachlinie realisiert werden konnte. Und stylisch noch dazu.

Das Ambiente im Innenraum ist angenehm, die Oberflächen greifen sich gut an. Nennen wir es wohnliches Pilotencockpit. Style ist auch hier ein großes Thema, nicht nüchterne Funktionserfüllung, denn das Auge fährt ja mit. Sieben „Toggle Switches“ genannte Tastwippen ermöglichen den Zugang zu Radio, Navigation und Co.; leider auch zur Klimaanlage, die nur über den (acht oder zehn Zoll großen) Touchscreen zu bedienen ist. Dezidierte Drehregler für Temperatur/Gebläse wären wünschenswert.

Mittlerweile typisch für Peugeot ist das kleine Lenkrad mit dem darüber platzierten (personalisierbaren) digitalen Kombi-Instrument. Dieses liegt besonders gut im Blickfeld des Fahrers und macht dadurch ein Head-up-Display mehr oder weniger unnötig. Man liest immer wieder Kritik an dieser Anordnung, tatsächlich braucht es aber nicht viel, sich daran zu gewöhnen.

Leichter und adaptiv gedämpft
 Dank der EMP2-Plattform ist der neue Peugeot 508 um 70 kg leichter als der alte, obwohl die Karosserie deutlich steifer ist. Dies und die Seitenscheiben, die einen Millimeter dicker sind als üblich, sollen zu einem hervorragenden Geräuschkomfort beitragen. Apropos Komfort: Die Mehrlenker-Hinterachse ist grundsätzlich (beim Diesel erst ab Ausstattung GT-Line) mit variablen, gesteuerten Dämpfern versehen. Der Fahrersitz (ab Allure auch der Beifahrersitz) trägt das Gütesiegel der „Aktion Gesunder Rücken“. Massagesitze auf Wunsch.

Bandbreite an Assistenten
 Im Angebot für den Peugeot 508 sind eine ganze Reihe Assistenzsytsteme, vom Nachtsichtassistenten über Verkehrszeichenerkennung und Adaptivtempomat (bis zum Stillstand) bis zur Fußgänger und Radfahrer erkennenden automatischen Notbremse, die bis 140 km/h aktiv ist. In Verbindung mit der Achtgangautomatik gibt es auch einen autonomen Ein- und Ausparkassistenten.

Zwei Benziner, drei Diesel
 Das Motorenangebot umfasst fünf Motoren. Einzige Motorisierung, die optional mit manuellem Schaltgetriebe erhältlich ist, ist der 1,5 Liter große Einstiegsdiesel mit 130 PS. Alle anderen werden ausschließlich mit Achtgangautomatik angeboten: zwei Zweiliter-Diesel mit 160 oder 180 PS sowie zwei Benziner mit 1,6 Liter Hubraum und 180 oder 225 PS. Haupt-Umweltfreund ist vorläufig der kleine Diesel mit 98 g/km CO2, mit 123 g/km ist auch der 180-PS-Benziner ziemlich sparsam. Ein Benzin-Hybrid folgt später.

Beim Händler stehen wird der Peugeot 508 erst im Oktober. Allerdings ist eine besonders gut ausgestattete „First Edition“ bereits bestellbar. Um 49.950 Euro bekommt man unter anderem Massagesitze, eine Focal-Audioanlage (inklusive passendem drahtlos-Kopfhörer) und das Nachtsichtsystem, dazu 19-Zoll-Felgen, den Kühlergrill mit schwarz glänzender Umrandung zwei spezielle Blau- und Rottöne für den Lack. Unter der Haube hat man die Wahl zwischen den beiden Top-Motoren. Besonders interessant: Garantieverlängerung inklusive Wartung samt Verschleißteilen für fünf Jahre oder 90.000 Kilometer. Oh là là!

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