Mo, 23. Juli 2018

Fachbücher gelesen

04.01.2018 06:15

Xi Jinping bereitet sich auf die KI-Revolution vor

„Wer den Durchbruch bei künstlicher Intelligenz schafft, wird die Welt beherrschen“, sagte Russlands Präsident Wladimir Putin vor einigen Monaten in einer Rede vor Studenten. Wie sich jetzt zeigt, ist Putin mit dieser Meinung nicht allein. Auch Chinas Präsident Xi Jinping sieht riesiges Potenzial in der neuen Technologie. Er ist so interessiert daran, dass er begonnen hat, sich in die Materie einzulesen.

Zu diesem Schluss kommen chinesische Internetnutzer, nachdem sie die Ansprache – oder, besser gesagt: das Bücherregel im Hintergrund – analysiert haben, in der sich Xi zum Jahreswechsel an die Chinesen wandte. In seinem Bücherregal finden sich mit „The Master Algorithm“ von Pedro Domingos und „Augmented: Life in the Smart Lane“ von Brett King gleich zwei Werke, die sich mit Künstlicher Intelligenz beschäftigen, berichtet „Quartz“.

Auch Bill Gates liest Pedro Domingos
„The Master Algorithm“ hat noch andere prominente Fans, wurde kürzlich beispielsweise auch vom Microsoft-Gründer Bill Gates als gutes Einführungsbuch ins Feld der Künstlichen Intelligenz empfohlen. Das Buch von Brett King beschäftigt sich derweil - überblicksartig und verpackt in eine fantastische Geschichte - mit den möglichen sozialen Folgen künstlicher Intelligenz.

Das Bücherregal, vor dem er seine Neujahrsrede hält, dient den Chinesen seit Jahren als wichtiges Fenster zur Gedankenwelt ihres Präsidenten. Xi Jinping gilt als ausgesprochen belesen und liest sich gern in neue Themen ein. Neben globalen wissenschaftlichen Trends wie künstlicher Intelligenz interessiert er sich auch für Wirtschaft, westliche Literatur – im Bücherregal stehen unter anderem „Krieg und Frieden“ und „Der alte Mann und das Meer“ – und Werke über chinesische Kultur- und Militärgeschichte.

Bücherregal erlaubt Blick in Chinas Zukunft
Das Bücherregal des Xi Jinping gibt aber nicht nur Aufschluss über seine privaten Interessen, sondern verrät einiges über die Zukunft Chinas. Geht es nach der Führung des Einparteienstaats, wird diese von Künstlicher Intelligenz, erneuerbarer Energie, aber auch totaler Überwachung geprägt sein. Vor allem künstliche Intelligenz sieht man dabei als Schlüsseltechnologie, um die chinesische Wirtschaft, aber auch das chinesische Militär zu stärken. Damit ist China hier ganz auf Linie Russlands.

In den USA herrscht derweil die Angst, den Anschluss an die neuen Entwicklungen zu verlieren. US-Präsident Donald Trump, dem im Gegensatz zu seinem chinesischen Kollegen nicht unbedingt der Ruf des Bücher verschlingenden Strategen anhaftet, spart bei der KI-Grundlagenforschung eher, als in dieses Feld zu investieren. Und auch seine Einwanderungspolitik lässt IT-Experten bangen, dass die qualifiziertesten Forscher und Ingenieure künftig nicht mehr in die USA drängen werden, wie dies in den vergangenen Jahrzehnten der Fall war.

 krone.at
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