ÖAW-Studie zeigt:

Junge Menschen grüßen genauso oft wie ältere

Wissen
22.09.2026 21:59
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Menschen in Österreich grüßen immer häufiger mit einem überregionalen „Hallo“. Gleichzeitig sind aber auch „Grüß Gott“ oder „Griaß di“ noch verbreitet, wie eine Studie der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) zeigt. Ältere Personen würden demnach eher erwarten, von jüngeren Personen gegrüßt zu werden.

Speziell ältere Menschen würden das Grüßen als Ausdruck des Respekts und als sehr wichtig wahrnehmen, sagte ÖAW-Linguistin Katharina Korecky-Kröll. Gleichzeitig würden sie sich aber weniger dazu verpflichtet fühlen, selbst zu grüßen. Tatsächlich grüßen junge Menschen laut der Studie genauso oft wie ältere. Ältere würden sich teilweise über ein „Hallo“ statt „Grüß Gott“ beschweren.

Untersucht wurden unter anderem die Begrüßungs- und Verabschiedungsformeln von 152 Personen aus 13 ländlichen Orten in zwei Experimenten. Eine Situation war eine formelle Begegnung in einem städtischen Geschäft, die zweite eine informelle Begegnung in einer lokalen Bäckerei. Das Ergebnis: Im Geschäft bevorzugten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer altersübergreifend ein „Grüß Gott“, in der lokalen Bäckerei ein „Griaß di“. „Hallo“ belegte in beiden Settings jeweils den zweiten Platz.

Das überregionale „Hallo“ sei inzwischen die mit Abstand häufigste Großformel und werde stärker als neutral und nicht mehr so informell wahrgenommen, sagte Korecky-Kröll vom Austrian Centre for Digital Humanities. Dabei gebe es aber einen Altersunterschied: Jüngere Personen begrüßen auch fremde oder weniger gut bekannte Menschen auf diese Weise, ältere nutzen „Hallo“ eher im Freundes- und Familienkreis.

Griaß di“ werde besonders gegenüber Bekannten aus demselben Ort verwendet, und auch das „Pfiat di“ habe sich als Abschiedsformel in den ländlichen Regionen – vor allem im Westen – gut gehalten. „Servus“ wird inzwischen eher selten verwendet und nur als Begrüßung. In manchen Regionen Vorarlbergs und Tirols nutzten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer „Heil“ oder „Heile“. So werden aber meist nur jene begrüßt, die aus derselben Region kommen.

Die Studie wurde im Fachjournal „Languages“ veröffentlicht.

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