Luft wird immer dünner

Mehrheit der Deutschen will Merz-Rücktritt

Außenpolitik
22.09.2026 22:50
Porträt von krone.at
Von krone.at

Für Deutschlands Kanzler Friedrich Merz wird die Luft offenbar dünner. Eine aktuelle Umfrage zeigt, dass sich mittlerweile eine Mehrheit der Deutschen für seinen Rücktritt ausspricht. Gleichzeitig bleibt das Vertrauen in die politischen Parteien gering – und die AfD liegt in der Sonntagsfrage deutlich vor der Union.

Laut dem am Dienstag veröffentlichten „Trendbarometer“ von RTL und ntv sprechen sich 55 Prozent der Befragten für einen Rücktritt von Merz aus. 40 Prozent wollen, dass der Kanzler im Amt bleibt. Mit seiner Arbeit zufrieden sind laut der Forsa-Umfrage lediglich elf Prozent. Das sind allerdings immerhin um einen Prozentpunkt mehr als in der Vorwoche.

AfD bleibt mit 27 Prozent Umfragensieger
Besonders häufig befürworten demnach Anhänger der AfD, Wählerinnen und Wähler aus Ostdeutschland sowie Anhänger der Linken einen Rücktritt des Kanzlers. Gleichzeitig kommt die AfD in der aktuellen Sonntagsfrage auf unverändert 27 Prozent. Die Union verliert einen Prozentpunkt und liegt bei 20 Prozent.

Die Grünen kommen auf 17 Prozent und verlieren damit ebenfalls einen Punkt. SPD und Linke erreichen jeweils zwölf Prozent. FDP und BSW würden den Angaben zufolge den Einzug in den Bundestag verpassen.

Mehrheit traut keiner Partei die Lösung zu
Auch beim Vertrauen in die politischen Parteien zeigt sich ein schwieriges Bild. Auf die Frage, welcher Partei die Deutschen am ehesten zutrauen, die Probleme des Landes zu lösen, liegt die AfD mit 13 Prozent vorn. Die Union kommt auf zehn Prozent, die Grünen auf acht Prozent. SPD und Linke erreichen jeweils sechs Prozent.

Die mit Abstand größte Gruppe glaubt allerdings, dass keine Partei die Probleme Deutschlands lösen kann. Das sagen 54 Prozent der Befragten.

Niederlagen bei Landtagswahlen
Die Ergebnisse kommen nach schweren Niederlagen der CDU bei den Landtagswahlen in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin. In der Hauptstadt musste die CDU den ersten Platz an die Linke abgeben. In Mecklenburg-Vorpommern scheiterte sie sogar an der Fünf-Prozent-Hürde. Damit schaffte die CDU erstmals in ihrer 81-jährigen Parteigeschichte den Einzug in ein deutsches Landesparlament nicht.

Merz hatte als Konsequenz aus dem von ihm als „Desaster“ bezeichneten Ergebnis angekündigt, seine umstrittene Reformpolitik noch energischer vorantreiben zu wollen. Der Koalitionspartner SPD wertete das Wahlergebnis hingegen als Signal für Anpassungen bei den bereits vereinbarten Reformen.

„Auch nicht Teil der Lösung“
Auch innerhalb der SPD gibt es Kritik. Juso-Chef Philipp Türmer sagte am Dienstag mit Blick auf Vizekanzler Lars Klingbeil und Arbeitsministerin Bärbel Bas: „Ich sage nicht, dass die beiden die Probleme sind, aber im Moment sind sie auch nicht Teil der Lösung.“

Die Forsa-Umfrage für RTL und ntv wurde zwischen 15. und 21. September durchgeführt. Je nach Fragestellung wurden zwischen 1004 und 2504 Menschen befragt.

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