Mit brisanter Spur

Sprengstoff nahe Bundeswehr-Flugplatz entdeckt

Ausland
22.09.2026 21:09
Porträt von krone.at
Von krone.at

Eine zerbrochene Drohne nahe einem wichtigen Bundeswehr-Fliegerhorst sorgt für neue Fragen. Wenige Meter von der Fundstelle stießen Ermittler später auf verdächtiges Material, bei dem es sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen um Sprengstoff handeln soll. Nun wird untersucht, ob beide Funde zusammenhängen – und ob die Drohne möglicherweise schon seit Jahren dort lag.

Wie Recherchen von „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR zeigen, wurde das Material wenige Tage nach dem Fund der Drohne nahe dem Fliegerhorst Wunstorf in Niedersachsen entdeckt. Die kriminaltechnischen Untersuchungen der Substanz sind demnach noch nicht abgeschlossen.

Verdächtiges Material entdeckt
Der Fall beschäftigt inzwischen den Generalbundesanwalt und das Bundeskriminalamt. Unter anderem wird geprüft, ob es einen Zusammenhang mit einem Anschlagsversuch am Flughafen Leipzig/Halle gibt. Dort war Anfang August eine mit Sprengstoff beladene Drohne in der Nähe ukrainischer Frachtflugzeuge entdeckt worden.

Drohne möglicherweise seit 2024 dort
Nach einer Analyse der in Wunstorf gefundenen Drohne gehen Ermittler laut den Recherchen davon aus, dass sie möglicherweise schon längere Zeit in der Nähe des Militärflugplatzes lag. Demnach könnte sie sich dort sogar bereits seit etwa zwei Jahren befunden haben.

Die Drohne aus Wunstorf soll zudem ähnlich konstruiert sein wie jene, die in Leipzig entdeckt wurde. Mindestens ein Bauteil soll aus einem 3D-Drucker stammen. Nach Angaben des NDR soll die Bauweise des Fluggeräts nicht auf dem regulären Markt erhältlich sein. Der Generalbundesanwalt äußerte sich unter Verweis auf die laufenden Ermittlungen nicht zu dem Fall.

Wichtiger Bundeswehr-Standort
Besonders brisant ist der Fundort: In Wunstorf ist die A400M-Transportflotte der Bundeswehr stationiert. Der Fliegerhorst gilt als zentrale Drehscheibe für die weltweite Versorgung der deutschen Streitkräfte mit Material und Truppen.

Der Fall war laut „Süddeutscher Zeitung“, NDR und WDR auch Thema bei der sogenannten „nachrichtendienstlichen Lage“ im Kanzleramt. Dabei treffen sich wöchentlich die Chefs der Sicherheitsbehörden.

Parallelen zu Fall in Leipzig
Beim Anschlagsversuch in Leipzig/Halle hatte die Bundesregierung Anfang September Russland verantwortlich gemacht und neue Strafmaßnahmen angekündigt. Moskau weist die Vorwürfe zurück. Im Zusammenhang mit dem Leipziger Fall stehen laut den Recherchen zwei Verdächtige im Fokus. Einer von ihnen soll ein Lette mit russischem Pass sein, der nach Deutschland einreiste und kurz vor der geplanten Attacke wieder ausreiste.

Ein weiterer Verdächtiger soll die belarussische und russische Staatsbürgerschaft besitzen. Seine DNA wurde demnach am Tatort in Leipzig gefunden. Ob die Drohne von Wunstorf tatsächlich mit dem Leipziger Anschlagsversuch in Verbindung steht, ist weiter Gegenstand der Ermittlungen. Eine solche Verbindung ist bislang nicht bestätigt.

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