Die Mehrheit dieser Telefonierer war männlich (63 Prozent). Beobachtet wurden vorbeifahrende Lenker, jeweils eine Stunde an zehn ausgesuchten Stellen in Wien und Niederösterreich, in den Morgen- bzw. frühen Nachmittagsstunden, bei Regen und Sonne. Aus der ÖAMTC-Erhebung ergibt sich folgendes Bild:
Ablenkung führt zu Unfällen
Die Hauptunfallursachen sind Unachtsamkeit und Ablenkung und haben im Vorjahr 80 Österreicher im Straßenverkehr das Leben gekostet. "Das sind die offiziellen Zahlen des Bundesministeriums für Inneres, die Dunkelziffer ist jedoch viel höher", betont die ÖAMTC-Expertin. Auch Handys stellen eine erhebliche Ablenkung dar. Nichtsdestotrotz steigt die Zahl derer, die im Auto ohne Freisprecheinrichtung telefonieren, stetig an. Vergangenes Jahr haben etwa 116.000 Österreicher ein Organmandat oder eine Anzeige für Telefonieren ohne Freisprechanlage im Auto kassiert. Im Jahr 2007 waren es ca. 95.000, im Jahr zuvor noch rund 86.000 "Handy am Ohr"-Telefonierer. Nicht betroffen vom sogenannten "Handyverbot" sind Fußgänger und Radfahrer. Radfahrer können jedoch sehr wohl belangt werden, wenn sie aufgrund der Ablenkung durch das Telefonieren einen Fahrfehler begehen.
Autofahrer sehen der Gefahr telefonierend ins Auge
Eine ÖAMTC-Blitzumfrage im vergangenen Jahr unter 552 Personen gibt Aufschluss über deren Einstellung zu Ablenkungen und Unachtsamkeit im Straßenverkehr. "Telefonieren mit dem Handy während der Fahrt" wurde spontan als häufigster Grund zur Ablenkung genannt. Rund ein Viertel der Befragten gaben an, das Handy fast immer während der Fahrt zu nutzen (telefonieren und SMS). 11 Prozent gestanden, deshalb schon in brenzlige Situationen geraten zu sein. Nur 55 Prozent der Vielfahrer verwenden eine Freisprechanlage. Bei denen, die das Auto mehrmals pro Woche nützen, sind es sogar nur 49 Prozent. "Es ist die Tendenz zu beobachten: Je seltener Menschen mit dem Auto fahren, desto seltener verwenden sie eine Freisprechanlage", zeigt die ÖAMTC-Verkehrspsychologin auf.
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