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Baby-Roboter soll Japanern Lust aufs eigene Kind machen

22.03.2010, 11:42
Baby-Roboter soll Japanern Lust aufs eigene Kind machen (Bild: AFP)
Foto: AFP
Er schläft, weint und niest wie ein echtes Baby, reagiert auf Berührungen und fängt sich auch schon mal eine Erkältung ein. Ein Lebewesen aus Fleisch und Blut ist "Yotaro" jedoch nicht. Der Roboter der japanischen Tsukuba Universität ist darauf programmiert, das Verhalten menschlicher Babys zu imitieren. Damit, so hofft man in Japan, will man dem Problem stetig sinkender Geburtenzahlen entgegenwirken.

Fast ein Fünftel der japanischen Bevölkerung ist älter als 65 Jahre. Bis 2050, so Schätzungen der Regierung, dürften gar 40 Prozent der Japaner in diese Altersgruppe fallen. Während die Bevölkerung immer älter wird, sinken die Geburtenzahlen. Laut einer UN- Studie kommen in Japan nur 8,3 Geburten auf 1.000 Einwohner, der weltweite Durchschnitt liegt bei 20,3.

Doch das soll sich Yotaros Entwicklern zufolge bald ändern. "Yotaro könnte jungen Eltern beibringen, wie man ein Baby aufzieht", erklärte Forschungsmitglied Mastada Muramoto der Nachrichtenagentur AFP. Und Hiroki Kunimura, Mitarbeiter in der Entwicklung, ergänzt: "Wie bei einem echten Baby kann man mit Yotaro menschliche Wärme und Muttergefühle erfahren."

Yotaro ahmt zu diesem Zweck eine Reihe menschlicher Funktion nach und reagiert emotional auf die Aktionen seiner Besitzer. Wird er etwa am Bauch gekitzelt, simulieren Servomotoren unter der Bettdecke die vor Glück strampelnden Beine eines Babys. Wasserdüsen in Nase und Augen wiederum täuschen eine Erkältung vor oder lassen Yotaro kleine Tränen vergießen.

Dass der Roboter mit seinem großen Schädel, den überdimensionierten Wangen und den blau leuchtenden Augen auf seine Eltern furchteinflößend wirken könnte, glauben die Entwickler nicht. "Japaner haben Roboter nie als Bedrohung angesehen, sondern stets als Geschöpfe, zu denen sie durchaus freundschaftliche Beziehungen aufbauen können", erklärte Muramoto.

Yotaro ist demnach auch nicht mehr der einzige Roboter, der Japanern Mutter- bzw. Vaterfreuden zuteilwerden lassen soll. Erst vergangene Woche stellte die Universität von Osaka mit dem "M3- Neony" einen ähnlichen Roboter vor, der sich auf das Krabbeln spezialisiert hat.

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