Nachdem US-Präsident Donald Trump Israel und den Iran dazu aufgerufen hatte, die Waffen ruhen zu lassen, hat er selbst erneut angeordnet, Ziele im Iran anzugreifen. Die „Selbstverteidigungsangriffe“ seien die Reaktion auf die „unbegründete und fortgesetzte Aggression“. Der Iran erklärte nach den US-Angriffen die Straße von Hormuz für geschlossen. Die USA bestreiten jedoch, dass die wichtige Handelsroute tatsächlich blockiert ist.
Zuvor hatte Trump Teheran vorgeworfen, sich in den Friedensverhandlungen zu lange Zeit zu lassen – und dem Regime mit „Konsequenzen“ gedroht. „Sie haben zu lange gebraucht, um einen für sie großartigen Deal auszuhandeln, jetzt müssen sie die Konsequenzen tragen!“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social mit Blick auf die sich seit Wochen hinziehenden Verhandlungen über ein Rahmenabkommen zwischen den beiden Ländern nur wenige Stunden vor der erneuten Angriffswelle.
Später legte er im Weißen Haus vor Reportern nach: „Wir werden sie heute wieder hart treffen“, erklärte der US-Präsident (siehe X-Post unten). Er werde aber nicht sagen, ob dabei auch Brücken und Kraftwerke „ausgeschaltet“ würden. Trump sagte weiter, ein „Deal“ mit dem Iran sei fertig ausgehandelt und der Iran habe zugestimmt, keine Atomwaffe zu besitzen.
„In Grund und Boden bomben“
Fakt ist, dass sich die USA und der Iran die zweite Nacht in Folge heftig gegenseitig beschossen haben. Trump warf dem Regime in Teheran zudem einen besonders schweren Bruch der Feuerpause vor. „Wir werden sie in Grund und Boden bomben“, erklärte er. Dies würde in Kürze geschehen. Dutzende Tomahawk-Marschflugkörper seien bereits abgefeuert worden, einige davon ganz in der Nähe Teherans und Karadsch. Westlich von Karadsch seien Kampfdrohnen gesichtet worden. Das US-Militär bezeichnete die Angriffe als Reaktion auf die „ungerechtfertigte und anhaltende Aggression des Irans“.
„Tyrann des Ostens ist TOT“
Irans Militär sperrte nach Eigenaussage nicht nur die Straße von Hormuz, sondern meldete auch Gegenattacken auf Ziele in Bahrain, Kuwait und Jordanien. Zuvor erklärte Trump einmal mehr Irans Militär für weitgehend besiegt. Die iranischen Streitkräfte seien „ein einziges Chaos“, schrieb er. Große Teile davon, etwa die Marine und Luftwaffe, existierten nicht mehr. „Sie wurden vollständig besiegt“, so Trump weiter, „der Tyrann des Nahen Ostens ist TOT!!!“. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth erklärte zudem, die Angriffe sollten nicht dazu dienen, den Krieg wieder anzufangen. Vielmehr wolle man dadurch die Bedingungen für eine Vereinbarung mit dem Iran schaffen.
Trump verschärfte Ton weiter
Der Iran sei überdies wirtschaftlich stark geschwächt. Die von den USA verhängte Blockade iranischer Häfen sei äußerst effektiv und wirke wie eine „STAHLMAUER“, schrieb Trump in einem weiteren Post. Die Islamische Republik könne keinerlei Geschäfte mehr machen und weder ihre Rechnungen noch ihr Militär finanzieren.
Iranische Staatsmedien meldeten in der Nacht auf Donnerstag Explosionen an der Südküste nahe den Städten Minab und Sirik. In der vergangenen Nacht hatte das US-Militär in Sirik am Golf von Oman Angriffe geflogen. Explosionen gab es Medienberichten zufolge auch auf der Insel Gheschm und der Hafenstadt Bandar Abbas. Aus anderen Landesteilen gab es unbestätigte Berichte über Aktivität der Flugabwehr.
Bereits Schiffe beschossen, die durch Straße von Hormuz wollten?
Das oberste iranische Militärkommando teilt mit, dass die Anordnung auch Öltanker und Handelsschiffe umfasse. Jedes Schiff, das eine Durchfahrt versuche, werde beschossen, meldet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf das Militär.
„Kein US-Schiff außer Gefecht gesetzt“
Eine Darstellung des US-Regionalkommandos Centcom, nach welcher Handelsschiffe „weiterhin heute Nacht die Straße von Hormuz entlangfahren“, wurde von iranischen Staatsmedien als falsch bezeichnet. Auch sei kein US-Kriegsschiff – wie von iranischen Quellen behauptet – außer Gefecht gesetzt worden (siehe X-Beitrag unten).
Am Mittwoch traf nach Medienberichten eine katarische Delegation für diplomatische Gespräche in Teheran ein. Bei dem Besuch soll über Bemühungen für ein dauerhaftes Ende des Kriegs gesprochen werden. Wer der Delegation angehört und mit wem sich die Katarer treffen wollen, wurde zunächst nicht genannt. Der Golfstaat gehört neben Pakistan und dem Oman zu den wichtigen Vermittlern im Iran-Krieg. Seit Wochen verhandeln die Kriegsparteien über ein dauerhaftes Ende des Konflikts, bisher ohne Durchbruch.
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