Do, 14. Dezember 2017

SUV im Golf-Format

13.10.2017 09:24

VW T-Roc: Fels am Golfplatz

VW startet den T-Roc, ein ziemlich schickes SUV im Golf-Format - und macht es nicht teurer als den Bestseller. Ein Golf-SUV, Moment - das gab es doch schon einmal? Ja, VW Golf Country hieß es und war ein Golf II, der 1990/91 bei Steyr-Daimler-Puch in Graz umgebaut wurde. Heute tut sich VW mehr an, der T-Roc hat mit dem aktuellen Golf nicht viel mehr gemeinsam als die MQB-Architektur und die dadurch erhältlichen Hightech-Features.

Dadurch kommt der T-Roc auch nicht in den Verdacht, fad auszuschauen. Stämmig wirkt er, weil gut 2 cm kürzer (4,23 m), dafür 2 cm breiter (1,82 m) und 8 cm höher (1,57 m). Eine mächtige Front, kräftige Kotflügel, eine Chrom-Leiste an der sehr dynamischen Dachlinie und dazu stimmig integrierte Offroad-Insignien machen das neue Crossover unverwechselbar.

Elegant sind die optionalen Leuchtringe an der Front, die zugleich als Tagfahrlicht sowie als Blinker fungieren. Ein Design-Fauxpas ist jedoch, dass sie je eine Lufteinlass-Attrappe umschließen.

Ein weiterer: Die auffälligen Auspuff-Fakes am Heck sind mit Plastik verschlossen, der echte Auspuff ist unter dem Boden versteckt. Das machen die Wolfsburger wett mit einem optional in Handarbeit (!) lackierten Dach in Kontrastfarben.

Überraschung im Innenraum: Die Kunststoffmaterialien wirken eine Klasse billiger als im Golf, also eher wie im VW Polo. Dafür kann man hier bunt lackierte Flächen bestellen.

Hochwertig (auch auf der Rechnung) wird es mit dem glasüberbauten Navitainment und der neuesten Generation des digitalen Tacho-Displays, das gerade im Polo Premiere feierte und nun u.a. vollflächig die Navi-Karte darstellen kann. VW hat da ganz geschickt eine gewisse Begehrlichkeit geschaffen, aber - ganz ehrlich? Muss man nicht haben.

Ein Revival feiert bei VW gerade der Lautstärke-Drehregler. Gut so. Allerdings berührt man beim Drehen meist das Touch-Display und löst eine Funktion aus. Dadurch bleibt etwa die Navi-Karte stehen. Dass das Navi bei ersten Testfahrten mit Vorserienfahrzeugen überhaupt abgestürzt ist, sollte vor den ersten Kundenauslieferungen noch bereinigt werden.

Die Sitzposition ist hervorragend, die Sitzauflagefläche lang, das Lenkrad weit verstellbar. Auf der Rückbank ist ausreichend Platz, im Kofferraum hingegen richtig viel, 445 Liter sind es, wenn man nicht den Subwoofer mitbestellt, denn dann bleibt unterm Boden eine unnötige, geschätzt 40 Liter große Lücke. Da hätte man locker den Boden verstellbar gestalten können.

Top-Motor nicht für Österreich
Je drei Diesel und Benziner gibt es für den T-Roc grundsätzlich, mit 115, 150 und 190 PS. Die mittleren bekommen Allrad bzw. 7-Gang-DSG optional, die starken Allrad und DSG serienmäßig. Aber: Der Top-Benziner wird vorerst nicht im "Dieselland" Österreich angeboten. Schade, er fährt sich hervorragend und passt gut zum ebenso präzisen wie komfortablen Fahrwerk und der knackigen (optionalen) Progressivlenkung.

T-Roc - der Name soll an Felsen erinnern, doch der VW sieht nicht in Unscheingrau am besten aus, sondern in einer der poppigen Farbkombis aus der Aufpreisliste (Kurkumagelb/Dach schwarz: 1200 Euro), wo sich alles von LED-Scheinwerfern bis zum adaptiven Fahrwerk findet. Der Basismotor ist bereits bestellbar - ab 21.490 Euro. So viel wie ein vergleichbarer Golf, wenn man die Ausstattung herausrechnet.

Unterm Strich:
Der VW T-Roc ist eine sehr gelungene Alternative zum Golf, die sehr gut in diese SUV-verrückte Zeit passt. Farbige Flächen gleichen die härteren Plastikmaterialien im Innenraum aus und sollen außerdem den SUV-Charakter unterstreichen - obwohl der T-Roc sonst nichts Grobes an sich hat. Aber SUVs sind heutzutage weniger etwas für den Offroad-Einsatz - sondern mehr für den Laufsteg.

Warum?

  • Zum gleichen Preis gibt es mehr Auto als beim Golf.
  • Poppige Farbkombinationen mit handlackiertem Dach

Warum nicht?

  • Top-Motor nicht für Österreich

Oder vielleicht …

… Skoda Karoq, Audi Q2, Opel Mokka X ...

Stephan Schätzl
Redakteur
Stephan Schätzl
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