Sa, 21. April 2018

Rio Grande

22.09.2017 18:17

Kia Stonic: Das kleine SUV ist ein Preisbrecher

Kia steigt mit dem Stonic in das Segment der kleinen Kompakt-SUVs ein - und der ist flink und chic zugleich. Flaggschiff nennen sie ihn bei Kia, den kleinen Koreaner, obwohl er nur 4,14 m lang ist. Aber er soll den Markt der kleinen SUVs kräftig aufmischen und vor allem schon volle Fahrt aufgenommen haben, bevor demnächst die Crossovers des VW-Konzerns zu Asphalt gelassen werden.

Die Voraussetzungen könnten besser kaum sein: schnittiges Design, tolle Ausstattung und dazu eine Kampfansage als Preis. Schon im Basismodell "Titan" um 15.590 Euro ist alles Wesentliche vom 7-Zoll-Touchscreen über Smartphone-Einbindung (mit samt Apple, Android und Bluetooth) bis hin zu Klimaanlage, Sitz- und Lenkradheizung serienmäßig.

Gegen wohlfeile Aufpreise, gestaffelt in Ausstattungslinien und Paketen, bremst der Stonic selbsttätig, wenn nötig (auch für Fußgänger), bekommt ein sehr gutes Navi (Updates 7 Jahre gratis) sowie eine Rückfahrkamera und vieles mehr. LED-Scheinwerfer, Adaptivtempomat etc. haben es noch nicht in die Billigklasse geschafft.

Der Kia Stonic basiert auf dem Kleinwagen Rio, der bei gleichem Radstand (2,58 m) um 8 cm kürzer ist. Von ihm übernimmt der Stonic den 1,2 Liter großen 84-PS-Vierzylinder als Basismotorisierung. Darüber rangiert die 1,4-Liter/100-PS-Variante, welche sich bei ersten Tests als ausreichend kräftig erwies, aber schlecht Gas annahm. Umso mehr gilt die Empfehlung für den spritzigen, 120 PS starken 1,0-Turbo-Dreizylinder (ab 17.890 Euro), der meist mit akustischer Zurückhaltung sowie gutem Durchzug glänzt. In Verbindung mit der direkten Lenkung und dem straffen Fahrwerk kommen in dem knapp 1,1 Tonnen leichten "Rio Grande" fast schon sportliche Gefühle auf. Nur das Getriebe sollte geschmeidiger zu schalten sein.

Ein 1,6-Liter-Turbodiesel mit 110 PS komplettiert die Antriebspalette. Automatik wird später nachgereicht.

Zwar verzichtet Kia darauf, den Stonic mit Allradantrieb anzubieten, rüstet ihn aber mit auf 18 cm erhöhter Bodenfreiheit (gut vor hohen Randsteinen) und Plastikbeplankung für Feldwege und den Großstadtdschungel aus, wo er mit nur 10,4 m Wendekreis zum König der Parkhäuser avanciert.

Das Außendesign ist auffällig, vor allem in einer der 20 Kontrast-Farbkombinationen, weil dadurch die Targa-artige C-Säule zur Geltung kommt.

Auch der Innenraum ist hübsch gestaltet (auch hier farbig lackierte Kontrast-Panels), allerdings herrscht hartes Plastik vor. Das nervt vor allem deshalb, weil alles, was im Mittelkonsolenfach liegt, rutscht und klappert. Lediglich rund um die Türgriffe findet sich schmeichelweicher Kunststoff.

Die Bedienung ist übersichtlich, weil dezidierte Knöpfe etwa für Klimaanlagenbedienung, Lautstärkeregelung und Navi-Zoom zur Verfügung stehen. Das Multifunktionslenkrad wirkt bei Topausstattung zwar überladen, gibt aber keine Rätsel auf. Die Rundinstrumente sind klassisch und gut abzulesen, das Klimaanlagendisplay wirkt altbacken, ist aber funktionell.

Dank weit verstellbarem Lenkrad ist die Sitzposition auch für große Fahrer hervorragend (nur die nicht verstellbare Mittelarmlehne stört). Hinterbänkler sollten sich mit den Vorderleuten arrangieren. Tadellos der Kofferraum: 352 bis 1155 Liter.

Mit im Gepäck sind die bei Kia üblichen 7 Jahre Garantie (bzw. 150.000 km). Davon können sie in Wolfsburg nur träumen.

Unterm Strich:
Der Kia Stonic ist billig, ohne wirklich billig zu wirken - wenn man von den Materialien im Innenraum absieht. Zwar fühlen sich Fahrzeuge Wolfsburger Bauart wertiger an, aber damit kann man im Kia gut leben. Vor allem wenn man auf Preise und Ausstattung schaut. Und dann ist da noch die Sache mit der Garantie. Ist der Stonic nun wirklich ein Flaggschiff? Sagen wir: eher eine Fregatte, die der Konkurrenz schmerzhaft zusetzen kann.

Warum?

  • Ziemlich komplette Ausstattung schon in der Basis
  • Hervorragendes Fahrverhalten

Warum nicht?

  • Hartes Plastik im Innenraum

Oder vielleicht …

… Opel Crossland X, Renault Captur, Mazda CX-3 - bald auch VW T-Cross

Stephan Schätzl
Stephan Schätzl

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