Verstoß gegen Kodex?

Aufruhr nach Wolfs Attacke auf ORF-Kandidatin

Innenpolitik
08.06.2026 10:28
Porträt von krone.at
Von krone.at

Kurz vor der Wahl des neuen ORF-Generaldirektors am Donnerstag geht es am Küniglberg rund: Nachdem „ZiB 2“- Moderator Armin Wolf die ebenfalls kandidierende Medienunternehmerin Eva Schütz scharf attackiert hatte, erfuhr die „Krone“ am Montag, dass der Moderator intern angezeigt wird – wegen eines möglichen Verstoßes gegen den Ethikkodex.

Wolf stieß sauer auf, dass Schütz von Gregor Schütze, dem stellvertretenden Vorsitzenden des ORF-Stiftungsrates, für die Wahl nominiert worden war und teilte deswegen in sozialen Medien heftig aus.

Wolf attackiert Schütz und Schütze
Wolf nannte auf Bluesky Schütz „die Herausgeberin einer rechten, rassistischen Fake News-Schleuder“. Dass Schütze als stellvertretender Vorsitzender des Stiftungsrates sie für den Posten der ORF-Generaldirektorin als geeignet erachtet, mache ihn „ratlos“, so Wolf.

„ZiB 2“-Moderator Armin Wolf ließ kein gutes Haar an Eva-Schütz, die sich ebenfalls für den ...
„ZiB 2“-Moderator Armin Wolf ließ kein gutes Haar an Eva-Schütz, die sich ebenfalls für den Posten der ORF-Generaldirektorin beworben hat.(Bild: Krone-Collage/Christof Birbaumer, APA/KEYSTONE/URS FLUEELER)

Scharfe Kritik an Wolf
Die Retourkutsche für Wolf ließ nicht lange auf sich warten. FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker etwa ortet einen Akt unerträglicher Anmaßung. „Die jüngsten Aussagen von ORF-Moderator Armin Wolf sind an Überheblichkeit und Scheinheiligkeit nicht zu überbieten. Ausgerechnet ein Vertreter jenes Senders, der erst kürzlich mit einer beispiellosen Fake-News-Kampagne gegen parlamentarische Mitarbeiter der FPÖ aufgeflogen ist, maßt sich an, andere als ,Fake-News-Schleuder‘ zu diffamieren. Das System ORF zeigt hier seine hässliche Fratze der Intoleranz gegenüber jedem, der nicht auf Linie ist“, so Hafenecker am Montag.

Westenthaler sieht Verstoß gegen Ethikkodex
ORF-Stiftungsrat Peter Westenthaler schloss sich der Kritik an und wandte sich per E-Mail an die interimistische ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher. In dem Schreiben, das auch der „Krone“ vorliegt, heißt es: „Hiermit darf ich einen klaren Verstoß gegen den ORF-Ethikkodex anzeigen.“

Westenthaler ist überzeugt, dass Wolf mit seinen Äußerungen gegen die Kapitel 3.2 des Kodex – insbesondere gegen den Punkt 3.2.1. – verstoßen habe. In diesen Punkten ist geregelt, was ORF-Mitarbeiter bei privaten Äußerungen zu beachten haben.

Mit diesem Schreiben hat sich Peter Westenthaler an die interimistische ORF-Generaldirektorin ...
Mit diesem Schreiben hat sich Peter Westenthaler an die interimistische ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher gewandt, um einen Verstoß gegen den Ethikkodex anzuzeigen.(Bild: zVg)

Das steht in Punkt 3.2.1. des ORF-Ethikkodex

  • Die Werte, Grundsätze und Interessen des ORF als öffentlich-rechtliches Medium, insbesondere in Bezug auf Objektivität, Unparteilichkeit und Unabhängigkeit, sind zu berücksichtigen und zu beachten.
  • Keinesfalls dürfen öffentliche Äußerungen geeignet sein, Zweifel an der Objektivität, Unparteilichkeit oder Unabhängigkeit des ORF aufkommen zu lassen.

  • Öffentliche Äußerungen, die kritische Auseinandersetzungen oder persönliche Wertungen (Zustimmung, Ablehnung) über Dritte enthalten, sind stets sachlich zu halten und zu begründen.

Westenthaler fordert Konsequenzen. ORF-Mitarbeiter seien rechtlich an diesen Kodex gebunden, ein Verstoß stelle eine Verletzung der Dienstpflichten dar. Zudem sei es im Falle von Armin Wolf nicht der erste Verstoß – und damit müssen „rasche dienstrechtliche Konsequenzen folgen“ ...

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