Für gewöhnlich kapern "professionelle" Spammer andere Rechner, ziehen sie zu so genannten Bot-Netzen zusammen und benutzen die Kapazitäten der Rechner Unbeteiligter für die Versendung der E-Mails. Der 25-jährige Japaner gehörte nicht in diese Riege.
Er kaufte sich 600.000 E-Mail-Adressen für umgerechnet 70 Euro, klickte sich mit ein bisschen Internetrecherche ein paar illegale Programmchen zusammen und machte seinen Privatrechner zur Spamschleuder. Auf diese Weise versendete er in fast zwei Jahren zwei Milliarden Text-only-Spam-E-Mails. Seinem Provider blieb das natürlich nicht verborgen, der meldete die verdächtigen Aktivitäten des 25-Jährigen Ende 2007 der Polizei.
Überraschend, aber im Vergleich zu anderen nicht gerade riesig, ist die finanzielle Ausbeute: Umgerechnet 12.500 Euro verdiente der Stümper-Spammer. Wie viele Stunden er vor dem Computer saß, um seine Machenschaften zu erledigen ist nicht bekannt, dass er mit ehrlicher Arbeit wohl zu mehr Geld mit demselben Aufwand gekommen wäre, aber ziemlich wahrscheinlich.
In Japan steht ihm nun ein Gerichtsverfahren wegen "Versendens von E-Mails mit falschen Absenderinformationen" bevor, so heißt das 2004 eingeführte Gesetz, nach dem Spammer dort verurteilt werden. Wie viele Gefängnisjahre dem 25-Jährigen drohen, ist nicht bekannt.
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