Fr, 22. Juni 2018

Spezial-Test

18.10.2007 12:05

Was greift wie auf glatten Straßen?

Der Winter ist im Anmarsch und damit ist es auch wieder höchste Zeit von Sommer- auf Winterreifen umzusteigen. Dabei sollte man genau auf die Profiltiefe der Winterräder achten, denn unter vier Millimetern Profiltiefe gilt ein Reifen nach österreichischem Gesetz nicht mehr als Winterreifen. In Österreich kann allerdings die Ausrüstung mit Winterreifen abschnittsweise zwingend vorgeschrieben werden. Wie stark die Sicherheitseigenschaften von Winterreifen bei zunehmender Kilometerleistung abnehmen, hat der ÖAMTC in einem Spezial-Winterreifen-Test untersucht.

"Ein Winterreifen, der gerade noch die gesetzliche Profiltiefe aufweist, macht schon deutliche Probleme auf Schnee", erklärt Reifenexperte Friedrich Eppel.

Winter- gegen Sommerreifen
Nach etwa 16.800 Kilometern, das entspricht bei diesem Test einer Profiltiefe von durchschnittlich vier Millimetern, hat ein Winterreifen bereits mehr als 30 Prozent seiner Schneegriff-Eigenschaften eingebüßt. Bei Aquaplaning kann ein Reifen mit dieser Profiltiefe nur mehr die Hälfte der ursprünglichen Wassermenge ableiten. Das Testergebnis räumt auch gleich mit dem Irrglauben auf, dass ein neuer Sommerreifen im Winter besser ist, als ein abgefahrener Winterreifen. Ein neuer Sommerreifen mit durchschnittlich 7,5 Millimetern Profiltiefe hat im Vergleich zu einem Winterreifen mit vier Millimetern immer noch um 50 Prozent weniger Schneegriff. "Das Fahren mit Sommerreifen - egal ob alt oder neu - auf Schneefahrbahn ist absolut gefährlich und ein Sicherheitsrisiko für alle Verkehrsteilnehmer", sagt Eppel.

Halbjährlicher Räderwechsel
Nicht wenige Autofahrer nutzen die warmen Sommermonate, um Winterreifen mit weniger als vier Millimetern "fertig zu fahren". Dabei wird aber ein nicht zu unterschätzendes Risiko eingegangen. Durch die spezielle Winter-Gummimischung, die auf kalte Temperaturen ausgelegt ist, haben Winterreifen im Sommer ungünstige Auswirkungen auf den Bremsweg. Speziell bei nasser Fahrbahn verlängert sich der Bremsweg deutlich. Aber auch auf trockener Straße kommt ein Winterreifen im Sommer nicht an die Bremswerte eines Sommerreifens heran. Wer bei der Reifenwahl auf größtmögliche Sicherheit Wert legt, kommt um den halbjährlichen Räderwechsel nicht herum.

Reifen müssen der Jahreszeit angepasst werden
Der passende Reifen mit der richtigen Gummimischung und genügend Profiltiefe ist auch nötig, damit ESP (Elektronisches Stabilitätsprogramm) und ABS (Anti-Blockier-System) richtig funktionieren können. Mit den falschen Reifen ist der Sicherheitsvorsprung schnell leichtfertig verspielt. Deshalb immer vier gleiche Reifen verwenden, die nicht länger als vier Jahre gefahren worden sind und nie weniger als vier Millimeter Profiltiefe haben. Diese vier Millimeter Profiltiefe dürfen natürlich nicht schon am Anfang des Winters erreicht sein. Im Zweifelsfall sollte beim Reifenkauf immer die Sicherheit vor finanziellen Überlegungen stehen.

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