22.01.2007 13:09 |

Einer für alles

Nissan Bevel: SUV-Studie für Alltagshelden

Nissan stürzt sich mit einer interessanten Studie ganz auf Männer zwischen 45 und 60 Jahren. Der SUV (Sport Utility Vehicle) namens Bevel hat einen besonders funktionalen Laderaum, der als verlängerte Werkbank konzipiert ist. Mitfahrer waren bei der Konzeption der Studie eher Nebensache.

Zu dem in drei unterschiedliche Zonen aufgeteilten Interieur zählen des weiteren ein hypermodernes Digital-Cockpit und eine Komfort-Zone rund um den Fahrersitz. Die Türanordnung (eine Flügeltür auf der Fahrer-, zwei gegenläufig öffnende Türen auf der Beifahrerseite) ist ebenso asymmetrisch ausgelegt wie das Glasdach, in das Solarzellen und ein innovatives Dachträgersystem integriert sind. Aber auch für die Mitnahme von Haustieren bietet das 4,39 Meter lange SUV interessante Lösungen. Als Antrieb für den Bevel käme für Nissan ein durchzugsstarker und umweltfreundlicher 2,5-Liter-V6-Motor mit angeschlossenem Hybridsystem infrage. Die Steuerung von Lenkung, Drosselklappe und Bremsen erfolgt über drahtlose „by wire“-Systeme. 

„Wir sehen eine große Chance, den Markt für SUV-Modelle deutlich auszuweiten“, ist überzeugt. „In Zukunft könnte diese Fahrzeuggattung noch viel stärker auf die multifunktionalen Anforderungen ihrer Nutzer eingehen. Wie das funktionieren könnte, wollen wir in Detroit mit dem Bevel demonstrieren.“  

„Der Bevel ist als Fahrzeug für Alltagshelden konzipiert“, so Bruce Campbell, Vize-Präsident Design, Nissan Design America Inc., „für den guten Mann von nebenan, der einem Nachbarn oder Freund gerne einmal unter die Arme greift.“ Zur Ausübung ihrer Hobbys oder Dienste in ihrem Umfeld brauchen sie weder einen schweren Pick-Up noch eine siebensitzige Großraumlimousine. Im Gegenteil: Da sie den Wagen zu 90 Prozent der Zeit ohnehin alleine fahren, nutzen sie ihn bevorzugt als verlängerte Werkbank oder Heimwerkergarage. 

Mit einem Radstand von 2,93 Metern liegt der Bevel von den Abmessungen ziemlich genau zwischen den Nissan-Baureihen Murano (SUV, 2,82 Meter) und Quest (Großraumlimousine, 3,14 Meter). Die knappen vorderen und hinteren Überhänge limitieren die Länge auf 4,39 Meter. Mit 1,62 Meter Höhe ist der Bevel knapp sieben Zentimeter flacher als der Murano – dank des sehr niedrigen Ladebodens ist die nutzbare Laderaumhöhe jedoch identisch.  

Geschützte Felgenkanten
Eine tief heruntergezogene Frontpartie, eine große Windschutzscheibe und großzügig verkleidete Radhäuser, in denen 20-Zoll-Felgen mit 245/55R20-Michelin-Pneus Platz finden, kennzeichnen das Exterieur des 1,90 Meter breiten Bevel. Die Felgen tragen an den Außenkanten Einsätze aus Gummi, was sie vor Beschädigungen durch Bordsteinkontakte schützen soll. 

Überlange Fahrertür schwingt nach oben auf
Die Vorteile des asymmetrischen Konzepts des Nissan Bevel werden vor allem beim Arrangement der Türen deutlich. Die Fahrertür mit großzügig geschnittenem Seitenfenster ist extrem lang und schwenkt an einem komplexen System aus vier Streben in zwei Stufen nach oben. Die hintere Seitenpartie ist bis auf einen kleinen, horizontalen Fensterschlitz voll geschlossen – zum Schutz vor neugierigen Blicken. 

Andere Situation auf der Beifahrerseite: Hier befinden sich zwei Einstiegspforten, wobei die hintere - an der C-Säule angeschlagen - gegenläufig öffnet. Folge: Das Verladen von Frachtgut, Ersatzteilen oder Männerspielzeugen wie einem ferngesteuerten Modellflugzeug gelingt mühelos. Denn zwischen A- und C-Säule klafft eine 1,72 Meter lange Öffnung. 

Arbeitsplatte klappt aus dem Stoßfänger
Die einteilige Heckklappe steht im geöffneten Zustand fast 1,90 Meter über dem Boden – ein spezielles Scharniersystem macht es möglich. Eine im Stoßfänger verborgene, ausklappbare Plattform dient als praktische Arbeitsfläche, ist aber auch stabil genug, um darauf sitzen oder stehen zu können. Sie ist halb so breit wie die eigentliche Hecktür und per Schnellverschluss leicht auch ganz zu demontieren.  

Neben dem traditionellen 12-Volt-Anschluss steht ein durch die im Glasdach integrierten Solarzellen gespeistes Aufladegerät mit 110 Volt Spannung zur Verfügung. 

Das Glasdach des Nissan Bevel läuft nach hinten asymmetrisch aus. Sechs im Stil eines Eishockey-Pucks gestaltete Befestigungspunkte mit aufklappbaren Haken dienen zur Verankerung sechseckig geformter Boxen. Zusammen bringen sie es auf eine zulässige maximale Dachlast von 112 Kilogramm. 

CD-Scheinwerfer und -Rückleuchten sowie die Nebelscheinwerfer wurden ebenso ebenso versteckt angebracht wie die Auspuffendstücke. Fiberoptische Kameras in seitlichen Auslegern übernehmen die Rolle traditioneller Rückspiegel, während die Türen über Berührungs-sensitive Tastenfelder entriegeln und öffnen.  

Link nach Hause
Ein voll digitalisiertes Cockpit und verschiedene Bildschirme sollen den Bevel-Fahrer mit der Außenwelt verbinden. Die an den äußeren Ecken postierten LCD-Monitore übertragen die Bilder der Außenbordkameras.

Das Entertainment-Programm gewährt Zugang zu Telefoneinstellungen, Wetter- und Verkehrsnachrichten, zum Internet und zum persönlichen E-Mail-Account. Musikfreunde erhalten Links zum Satelliten-Radio, zur MP3-Schnittstelle, zum CD-Spieler und zu den integrierten Lautsprechern. Über die „Home“-Funktion erhält der Fahrer Verbindung zu einem Netzwerk, das alle Sicherheitssysteme seines trauten Heims, die dortige Heizungs- und Klimaanlage, die Haushaltsgeräte, das Licht und sogar die Stellung der Garagentür überprüft 

Hinten ist alles strapazierfähig
In der Nutzfahrzeug-Zone geht es praktisch und rustikal zu. Der Beifahrersitz und die hinteren Sitze sind dank eines Rahmens aus Aluminium betont leicht umzulegen. Da sie ohnehin die meiste Zeit in dieser Stellung verharren, wählten die Interieur-Designer strapazierfähige Bezüge aus. Die Rückseiten der Sitze sind sogar mit dem gleichen Material wie der Ladeboden bezogen, so dass auch optisch eine durchgehende und glatte Ladefläche entsteht. Der Boden selbst besteht aus laminiertem, recyceltem Walnussholz – eine extrem harte, Werkbank-artige Oberfläche.

 

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