Wirtschaft alarmiert

Ohne Förderung wackeln Tausende Lehrstellen

Wirtschaft
26.05.2026 19:45

Knapp 100.000 Lehrlinge werden bei uns gerade ausgebildet. Die Betriebe bekommen dafür rund 180 Millionen Euro Förderung vom Staat, doch wegen der Budget-Sparpläne droht eine massive Kürzung. Mehr als die Hälfte der Firmen dürften dann keine oder weniger Lehrplätze anbieten, warnt die Wirtschaft.

„Es muss gespart werden, aber nicht an der falschen Stelle. Rund 35 Prozent der Jungen entscheiden sich für die duale Lehre, das ist die effizienteste Ausbildung. Jeder Lehrling kostet die Betriebe aber im Schnitt 25.500 Euro im Jahr. Viele kleinere Firmen werden sich das ohne die Basisförderung nicht mehr leisten können“, bekräftigt Robert Machtlinger, Chef des Flugzeugzulieferers FACC und Präsident des Verbandes „Zukunft Lehre Österreich“.

Die Fördermittel wurden bereits seit 2022 bei rund 180 Millionen Euro im Jahr eingefroren, alleine durch die Inflation fehlen in Summe bereits 90 Millionen, so Machtlinger. Eine weite Kürzung durch den Finanzminister wäre aber nicht mehr verkraftbar. Bis zur Budgetrede am 10. Juni muss die Wirtschaft diese Streichung verhindern, das Problem ist allerdings, dass vier Ministerien mit Lehrlingsfragen beschäftigt sind. Ein zentraler Lehrstellenkoordinator wäre daher dringend erforderlich.

Lehrlinge kosten der Wirtschaft über 2,5 Milliarden Euro
Derzeit bekommt der Ausbildungsbetrieb je nach Lehrjahr ein bis drei Monatsbezüge der Jugendlichen rückwirkend ersetzt. Dennoch kostet sie die Lehre in Summe mehr als 2,5 Milliarden Euro im Jahr. Zudem müssen die Firmen auch immer mehr allgemeine Fertigkeiten vermitteln wie Lesen, Schreiben, Rechnen und soziales Verhalten, damit die Jungen die Berufsschule schaffen. Die Belastung steigt somit, 15 Prozent der Ausbildner sagen daher, dass sie bei Kürzung der Förderung keine Lehrlinge mehr aufnehmen könnten. Weitere 37 Prozent würden die Plätze reduzieren. Das sei alarmierend, denn dann fehlen bald qualifizierte Mitarbeiter, warnen die Wirtschaftsvertreter.

Schon jetzt ist absehbar, dass heuer laut AMS die Zahl der Lehrlinge um weitere 2,6 Prozent auf 97.400 sinken wird. Das ist der niedrigste Wert seit 1999. Aktuell sind 6180 Ausbildungsplätze sofort verfügbar, dem stehen aber 9900 Lehrstellensuchende gegenüber.

Die Förderung rechnet sich für den Staat außerdem sofort, da die Lehrlinge selbst laut Studie bereits 157 Millionen Euro an Steuern und Sozialbeiträgen einzahlen.

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