18.09.2017 08:55 |

Kritik an Netzwerk

Facebook ließ Werbung für "Judenhasser" zu

Facebook hat es seinen Anzeigenkunden ermöglicht, gezielt Antisemiten anzusprechen. Nach einem Bericht des US-Portals "ProPublica" konnten für die Vermarktung von Nazi-Andenken oder die Promotion von rechtsradikalen Veranstaltungen die Zielgruppe "Judenhasser" ausgewählt werden.

"ProPublica" schaltete im Rahmen der Recherchen selbst drei Anzeigen, die sich an Antisemiten richteten. Die Werbeschaltungen seien von Facebook innerhalb von 15 Minuten akzeptiert worden. "ProPublica" konnte demnach Anzeigen für Leute platzieren, die etwa "Nazi Party" als ihren Arbeitgeber eingetragen hatten.

Die Zielgruppen seien aber eher klein gewesen, schränkte das Portal ein. So habe man in der Kategorie "Jew Hater" 2274 Facebook-Mitglieder erreichen können sowie mit "German Schutzstaffel" und "Nazi Party" als Arbeitgeber jeweils 3149 und 2449 Profile. Sie seien allein zu klein gewesen als das man Werbung nur für sie schalten könnte. Das sei aber möglich gewesen, nachdem Nutzer mit einem Interesse an der NPD in die Auswahl genommen wurden (194.600).

Facebook entfernte die Werbe-Kategorie, nachdem "ProPublica" seine Recherchen vorlegte, und teilte mit, gezielte Werbung auf Basis von Nutzern selbst eingetragener Begriffe zu deaktivieren, bis man solchen Missbrauch verhindern könne. Die Richtlinien von Facebook untersagten strikt, Menschen wegen ihrer Eigenschaften zu attackieren. Dazu zähle auch die Zugehörigkeit zu einer Religionsgruppe, so das soziale Netzwerk in einem Blogeintrag. "Dennoch tauchen immer wieder Inhalte auf, die unsere Standards verletzen. Wir wissen, dass wir noch eine Menge Arbeit vor uns haben.

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