Große Transferbilanz

Genial bis bitter: Salzburg-Deals bei den Abgängen

Sport
15.05.2026 07:00

Vor dem Saisonfinale der Bullen am Sonntag gegen Hartberg analysiert die „Krone“ die Transferaktivitäten des Klubs in den vergangenen Jahren: Nach den Neuzugängen stehen heute die Abgänge seit dem Jahr 2023 im Blickpunkt

Die goldenen Zeiten sind vorbei. Das ist jedem Salzburg-Fan bewusst. Die Gründe dafür sind vielschichtig, der Markt hat sich stark verändert.

Von der Qualität, die Fans vor wenigen Jahren noch in der Bullen-Arena geboten bekamen, war zuletzt nicht mehr viel übrig. Einerseits, weil die verpflichteten Spieler zuletzt selten einschlugen. Andererseits, weil viele Leistungsträger den nächsten Schritt wagten und der Mozartstadt den Rücken kehrten. Nach der Analyse der Zugänge analysiert die „Krone“ diesmal die Abgänge und ordnet ihre Ablösesummen (basierend auf den Daten von „Transfermarkt“) ein.

Deal-Kategorie: SEHR GUT
Dorgeles Nene hat sich über die Jahre zum Leistungsträger in Salzburg gemausert. Für den Malier aber 18 Millionen Euro rauszuschlagen, fällt in die Kategorie Meisterklasse. Die Bosse durften sich nach dem Deal mit Fenerbahce die Hände reiben.

Dorgeles Nene wechselte nach Istanbul.
Dorgeles Nene wechselte nach Istanbul.(Bild: GEPA)

Ähnliches gilt für den Abgang von Petar Ratkov. Der Serbe traf zwar regelmäßig in der Bundesliga, blieb aber als Stürmer in 25 Partien auf internationaler Ebene aber ohne Tor und Assist! Davon scheint Lazio wenig mitbekommen zu haben – die Römer investierten 13 Millionen! Dort wartet er nach acht Einsätzen weiter auf seinen Premierentreffer.

Benjamin Sesko und Nicolas Seiwald gingen 2023 zu RB Leipzig.
Benjamin Sesko und Nicolas Seiwald gingen 2023 zu RB Leipzig.(Bild: Andreas Tröster)

Finanzielle Volltreffer waren zudem die Transfers von Benjamin Sesko, Nicolas Seiwald, Philipp Köhn und zuletzt Joane Gadou. In Kürze kommt wohl Jannik Schuster (für bis zu 20 Millionen zu Brentford) hinzu. Dafür gäbe es gar einen „römischen Einser“.

Deal-Kategorie: GUT
Für zwei Millionen gekommen, für acht geht er wieder – Kerim Alajbegovic war sportlich und finanziell ein Erfolg. Kleiner Kritikpunkt: Ein vertraglich fixiertes zweites Leihjahr hätte Salzburg – und wohl auch dem Bosnier – gut getan. Für Amar Dedic, der längst auf einen Wechsel gepocht hatte, sprangen inklusive eines kurzen Intermezzos bei Marseille am Ende 13,5 Millionen Euro heraus. Auch das ist „à la bonne heure“. Großes Kino war auch der Coup, Norwich City 4,5 Millionen für Amankwah Forson aus den Taschen zu ziehen. Gelungen sind zudem die Abgänge von Oscar Gloukh, Strahinja Pavlovic, Noah Okafor, Junior Adamu und Oumar Diakite.

Für Amankwah Forson bekam Salzburg überraschend viel Geld.
Für Amankwah Forson bekam Salzburg überraschend viel Geld.(Bild: Andreas Tröster)

Deal-Kategorie: DURCHSCHNITT
In diese Kategorie fallen viele Eigenbauspieler, die den Sprung zu den Profis nicht dauerhaft geschafft haben. Dazu zählen Raphael Hofer, Dijon Kameri, Lukas Ibertsberger oder Lukas Wallner. „Durchschnittlich“ war auch der Transfer von Ignace van der Brempt. Fünf Millionen zahlte Salzburg bei seiner Verpflichtung, fünf gab es auch beim Abgang.Weiters: Adam Stejskal, Kilian Ludewig, Lucho Vasquez, Timo Horn, Sammy Baidoo und Luka Sucic.

Samson Baidoo wechselte nach Lens, ist dort Stammspieler und steigerte seinen Marktwert enorm.
Samson Baidoo wechselte nach Lens, ist dort Stammspieler und steigerte seinen Marktwert enorm.(Bild: Andreas Tröster)

Deal-Kategorie: SCHWACH
Nur ein Viertel der gezahlten Ablösesumme (6 Mio.) bekam Salzburg beim Abschied von Kamil Piatkowski. Ein klares Verlustgeschäft. Da er wegwollte und die Bullen keine Verwendung mehr für ihn hatten, nahmen sie es bewusst in Kauf. Ein Minus machten die Salzburger auch bei Nico Mantl, Nico Capaldo oder Fernando. Ebenfalls in der Kategorie: Lawrence Agyekum, Antoine Bernede, Roko Simic, Fernando, Jonas Krumrey und Luka Reischl.

Bei Kamil Piatkowski machte Salzburg ein klares Minus.
Bei Kamil Piatkowski machte Salzburg ein klares Minus.(Bild: GEPA)

Deal-Kategorie: SEHR SCHWACH
Jacob Rasmussen kam im Sommer 2025 als Abwehrchef. Sechs Monate später war er wieder weg – für weniger Geld. Bernardo wurde bei seinem zweiten Engagement für kolportierte zehn Millionen Euro aus Brighton geholt. Dauerhaft durchsetzen konnte er sich nicht, bei seinem Wechsel zu Bochum sollen 600.000 Euro an die Bullen gezahlt worden sein.

Nur sechs Monate nach seinem Wechsel nach Salzburg wurde Jacob Rasmussen wieder weiterverkauft – ...
Nur sechs Monate nach seinem Wechsel nach Salzburg wurde Jacob Rasmussen wieder weiterverkauft – für weniger Geld.(Bild: Fabian Weirather - FC Red Bull Salzburg)

Wirtschaftlich kam vor allem Oumar Solet die Bullen teuer zu stehen. Da sein Vertrag nach Unstimmigkeiten aufgelöst wurde, wechselte er zum Nulltarif zu Udine. Inzwischen jagen ihn Topklubs – sein Marktwert: 20 Mille!

Auch bei Mamadou Sangare schmerzen die Zahlen: 2024 für 1,7 Millionen zu Rapid, 2025 für acht Millionen von den Wienern zu Lens, heute auf 30 Millionen taxiert. Ebenfalls in dieser Kategorie sind Flops wie Elione Fernandes Neto, Nicolo Turco, Federico Crescenti oder Daniel Owusu sowie die mehrjährigen Mitläufer Samson Tijani, Daouda Guindo, Bryan Okoh und der ablösefrei abgewanderte Sekou Koita.

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