Der neue Wiener „Tatort“-Kommissar Laurence Rupp spielt eine Hauptrolle im Film „Gentle Monster“, der heute in Cannes Premiere feiert. Der „Krone“ gab er vorab noch ein Interview.
Ein österreichischer Film im Wettbewerb von Cannes, das kommt nicht alle Tage vor. Marie Kreutzers Drama „Gentle Monster“ hat es geschafft und wird heute beim Filmfestival vorstellt. Laurence Rupp spielt darin an der Seite von Léa Seydoux einen scheinbar harmlosen Familienvater, bei dem plötzlich die Polizei vor der Tür steht, seine Computerdaten durchsucht – als seine dunkle Seite ans Licht kommt, bricht alles zusammen.
Es ist eine heftige Rolle: „Ich hatte in der Vergangenheit schon einmal ein Angebot mit ähnlicher Thematik, da habe ich abgesagt, weil ich irgendwie Bauchweh dabei hatte. Aber bei Marie wusste ich, dass ich ihr vertrauen kann“, erzählt Rupp im „Krone“-Interview. Und erklärt: „Meine größte Angst war, dass ich keinen emotionalen Zugang zu der Figur finde. Das ist aber bei solchen Rollen wichtig, weil es sonst hölzern wird und nicht funktioniert. Wir wollten zeigen, dass es eben nicht immer DER psychisch kranke Stereotyp ist. Denn die Realität ist leider oft so, dass man eben nicht glauben kann, dass ,der‘ das ist.“ Die Thematik rund um Gewalt und Lügen habe ihn längere Zeit nicht losgelassen. Dennoch sei es ein tolles Projekt gewesen: „Das werde ich immer im Herzen tragen.“
Frisch vom Drehschluss seines ersten Wiener „Tatort“ geht es also heute für Rupp auf den Red Carpet von Cannes. Was hätte sein jüngeres Ich dazu gesagt? „Oag, Oida!“, lacht der sympathische Schauspieler in typisch wienerischem Schmäh. Um ganz ernsthaft nachzusetzen: „Es ist das erste Mal für mich. Ich wollte immer schon mal auf diese Festivals. Aber irgendwas in mir hat gesagt, wenn du da hinfährst, musst du mit deinem Film hinfahren. Und das ist mir jetzt gelungen. Das ist irgendwie geil. In Wahrheit war es ein Karriereziel von mir, auch wenn ich es nicht bewusst so klar formuliert hatte bisher.“
Druck spüre er keinen: „Eher Stress, weil der Kalender dort ganz schön voll ist und man wahnsinnig viele Empfänge und Treffen hat und sich schön anziehen muss und einen Stylisten braucht usw. Aber ich finde, dieser Film hat jetzt schon so viel erreicht, alles andere ist eine Draufgabe.“J. Gaderer
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