Diese Ansage lässt in Österreich sämtliche Alarmglocken schrillen! Die deutsche Autoindustrie rechnet mit dem Abbau von 125.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen bis 2035. Der neuerliche Aderlass könnte vor allem für heimische Zulieferer enorme Konsequenzen haben ...
Der deutschen Automobilindustrie, einem einstigen Goldesel der Wirtschaft, droht ein beispielloser Aderlass. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) schlägt Alarm und hat seine Prognose für den Stellenabbau drastisch nach oben korrigiert. Hauptgrund ist der tiefgreifende Strukturwandel hin zur Elektromobilität, der vor allem die zahlreichen Zulieferbetriebe mit voller Wucht trifft. VDA-Präsidentin Hildegard Müller zeichnete gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) ein düsteres Bild: „Wir müssen leider nach aktuellen Berechnungen von einem Beschäftigungsverlust von 225.000 Arbeitsplätzen bis 2035 ausgehen.“
Düstere Prognosen für Autobranche
Das sind 35.000 mehr als bisher angenommen. Von dieser gewaltigen Zahl sind im Zeitraum von 2019 bis 2025 bereits 100.000 Arbeitsplätze verloren gegangen. Somit stehen in den kommenden zehn Jahren weitere 125.000 Stellen auf dem Spiel.
„Betroffen sind insbesondere die Zulieferbetriebe, weil auf dem Weg vom Verbrennermotor zur Elektromobilität gerade in der Zulieferindustrie viele Arbeitsplätze verloren gehen werden“, betonte die VDA-Chefin. Der Wegfall komplexer Getriebe, Abgasanlagen und Motorkomponenten für Verbrenner reißt tiefe Lücken in die Auftragsbücher vieler mittelständischer Unternehmen. Das ist eine wahre Hiobsbotschaft für Österreich.
In der heimischen Automobil-Industrie sind seit Anfang 2024 mehr als 5000 Arbeitsplätze verloren gegangen – was stark mit der Krise in Deutschland zu tun hat. Dies zeigte zuletzt eine Studie des Wirtschaftsanalysten Günther Oswald im Auftrag der eFuel Alliance Österreich. Als wichtiges Zulieferland ist Österreich besonders hart vom aktuellen Wandel betroffen. Umstrukturierungen, Automatisierung und Werksverlagerungen gelten als besondere Herausforderungen. Betroffen waren zuletzt etwa Branchengrößen wie Magna Steyr, AVL List und ZKW.
Bedingungen werden immer schlechter
Als Hauptursache für die dramatische Entwicklung identifiziert VDA-Chefin Müller „eine gravierende und anhaltende Standortkrise“ in Europa. Die Bedingungen würden sich zusehends verschlechtern. „Hohe Steuern und Abgaben, teure Energie, hohe Lohnkosten, überbordende Bürokratie – die Liste der Herausforderungen ließe sich fortführen.“
Um einen noch größeren Job-Kahlschlag abzuwenden, fordert der VDA ein dringendes Umsteuern der EU-Politik. Der Schlüssel liege in der „Technologieoffenheit“. Cheflobbyistin Müller fordert eine weitere Lockerung beim Verbrenner-Aus. Sie spricht sich für eine breitere Zulassung – als bisher geplant – von Plug-in-Hybriden und Verbrennern (mit E-Fuels) nach 2035 aus, um „das Schlimmste“ zu verhindern.
In diesem Szenario würde der Beschäftigungsrückgang bis 2035 nur noch etwa 75.000 Arbeitsplätze betragen. Flexibilität auf dem Weg zur Klimaneutralität könnte somit den Verlust von rund 150.000 Stellen verhindern. Die Wettbewerbsstimmung im Land beurteilt Müller desaströs: „Leider muss ich sagen: Die Stimmung ist schlecht, die Lage ist noch schlechter.“ Sie wirft Teilen der Politik Realitätsverweigerung vor.
Die EU-Kommission hatte im Dezember vorgeschlagen, auch nach 2035 in der EU Autos mit Verbrennungsmotor neu zuzulassen – eine Abkehr vom eigentlich ausgehandelten Verbrenner-Aus. Künftig soll es Ausnahmen geben, wonach nur noch bis zu 90 Prozent CO2 im Vergleich zum Basisjahr 2021 eingespart werden müssen. Der Auto-Lobby reichen diese Zugeständnisse aber nicht aus ...
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