Trio infernale

Drei Video-Alternativen, die es in sich haben!

Digital
28.12.2006 10:54
Es muss nicht immer der Windows Media Player sein! Im Web tummeln sich mehrere Alternativen zum WMP, die das Microsoft-Produkt in vielerlei Hinsicht ausstechen. Zu den besten freien Video-Playern zählen dabei zweifellos der professionelle „Zoom-Player“, die Open-Source-Software „Democracy Player“ und der Allesschlucker unter den Abspielern, der „VLC Mediaplayer“. Krone.at stellt die drei Videospezialisten vor.

Größe kann manchmal auch hinderlich sein. Microsofts Windows Media Player ist ob seiner weiten Verbreitung schon längst ins Visier der Regulatoren geraten. Wichtige Plugins fehlen, an der Mehrheit der beliebten Spaßfilmchen, die sich tausende Österreicher unter Tags im Kreis mailen, scheitert der Mediaplayer immer öfter. Den kleinen Software-Entwicklern werden die Hände weitaus seltener gebunden, außerdem sind ihre Programme mit Funktionen, für die man bei der Konkurrenz bezahlen muss, weit weniger knausrig. 

Und das merkt man vor allem dann, wenn man sich am Selbst-bedienungsladen Gratis-Software reichlich auflädt: Die Kombination dieser drei Player beseitigt im Alltag nämlich jede Hürde beim Betrachten von Videoclips, DVDs oder selbstgedrehtem Material, bei der die konventionellen Programme keinen Zeh über die Latte kriegen. 

Democracy: Brandneuer Player der Web-2.0-Generation
Schon der Installationsvorgang beim „Democracy-Player“ deutet auf die intuitive Bedienung der gesamten Applikation hin. Drei Klicks und alles ist startklar. Die Bedienoberfläche ist klar strukturiert, die Navigation am linken Rand zeigt sofort, wo's lang geht, und offenbart auch gleich die Stärken des Democracy-Players. Videocasts und RSS-Feeds, beides Markenzeichen von Web-2.0-Services, stehen ganz oben auf der Liste. 

Mit dem implementierten Browser hat man sofort Zugriff auf beliebte Videoblog-Sites wie YouTube, kann nach Videos suchen oder bekommt im Falle eines abonnierten RSS-Feeds die neuesten Einträge angezeigt. Bookmarks für ausgewählte Blogs oder häufig eingetippte Suchbegriffe schafft der Democracy-Player – übrigens eine reine Open-Source-Entwicklung mit GNU-License – genauso wie das vielleicht nicht ganz so legale Downloaden der Videos. 

Die Software unterstützt alle gängigen Formate und sogar Videos von Mobiltelefonen im 3GP-Format. Einzig bei der DVD-Wiedergabe bockt das Teil aus unerklärlichen Gründen hin und wieder. Wie bei Open-Source-Programmen leider häufiger der Fall, ist das separat zu installierende Language-Paket für den Democracy-Player ein Mix aus gebrochenem Deutsch und englischen Ausdrücken. „Download expires in fünf Tage“ hat trotzdem einen gewissen Unterhaltungswert – die Bedienung ist aber so einfach, dass man mit kleinen Englischkenntnissen durchkommt und auf das ruppige Deutschpaket auch verzichten kann.

Zoom Player: Professionelle Applikation für Zwischendurch
Mit gerade einmal einem Megabyte ist die Installationsdatei des „Zoom Players“ die mit Abstand kleinste unseres „Trio infernale“. Die Plugins für die Unterstützung unzähliger Formate müssen allerdings separat gedownloadet werden. Der Zoom Player eignet sich vor allem zum Durchzappen verschiedener Videoclips, da er zum Öffnen einer Datei nur Sekundenbruchteile benötigt und kein Speicherfresser ist. Beim Abspielen eines Videos ist die Prozessorbelastung geringer als etwa beim Windows Media Player. Der einzige Haken am Zoom Player ist, dass er keine DVDs abspielt – diese Funktion gibt’s erst in der Pro-Version des Programms die dann aber Geld kostet.

VLC Media Player: Allesschlucker, der wirklich alles schluckt
Der Geheimtipp bzw. fast schon Klassiker unter den Open-Source-Playern ist der VLC Media Player. Kein noch so beschädigtes Video, das er nicht wiedergeben kann. Codecs, die fehlen, kann man mühelos über die Website des Videolan-Projects nachladen. Man könnte auch Skins (= Bedienoberflächen) nachladen, aber so puristisch, wie der VLC Media Player am Desktop auftaucht, will man sein schlichtes Aussehen gar nicht verändern. 

Von der Videokassette digitalisierte Heimvideos in schlechter Qualität oder auf E-Mail-Größe zusammen gestampfte Spaßfilmchen lassen sich durch eine Vielzahl von Filtern und Einstellungen aufpeppeln und sollte ein ultragroßes Videofile (wenn der 20-minütige Urlaubsfilm von Kollege X aus unerklärlichen Gründen auf einer 4,7-Gigabyte kaum Platz hat) dem Rechner Probleme bereiten, kann es der VLC Media Player trotzdem abspielbar machen. Kurzum: Dieses Teil ist der Helfer in der Not, der auf keinem PC fehlen sollte!

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