So, 24. Juni 2018

Pollen im Anflug

14.03.2017 12:21

Umweltverschmutzung erhöht Allergierisiko

Die Pollensaison startete heuer später, dafür umso plötzlicher und heftiger für Heuschnupfen geplagte Österreicher. Verschärfend kommt hinzu: Die Umweltverschmutzung steigert das Allergierisiko. Hasel und Erle verursachen derzeit rinnende Augen, Schnupfen und Niesanfälle. Die nächste Belastungswelle durch die Esche startet dieser Tage und dürfte ebenfalls stark ausfallen, die kommende Birkensaison dafür milder.

1,6 Millionen Österreicher reagieren auf an sich harmlose Stoffe wie z.B. Pollen allergisch! Tendenz steigend. Neben genetischen Ursachen spielen mittlerweile auch Umwelteinflüsse eine entscheidende Rolle: "Zum einen entwickeln Pflanzen Abwehrmechanismen und bilden mehr Allergene, die ihr Überleben sichern sollen. Zum anderen wirken Reizgase wie Ozon, Stickstoff- oder Schwefeloxid direkt auf den Körper. Sie schädigen Schleimhautgewebe in den Atemwegen, was sie wiederum anfälliger für die Reizstoffe macht. Diese wirken dann viel direkter, das Immunsystem reagiert heftiger", erklärte Umweltmedizinerin Prof. Dr. Claudia Traidl-Hoffmann, Technische Universität München, auf einer Pressekonferenz in Wien. Auch Feinstaub versetzt das Immunsystem in erhöhte Alarmbereitschaft. Das hat Einfluss auf die Bildung bestimmter Antikörper im Blut, was das Allergierisiko weiter verstärkt.

Luftverschmutzung ist deshalb jetzt Teil der App des Österreichischen Pollenwarndienstes. Als weltweit einzigartiger Service können Allergiker neben der Pollenbelastung auch Parameter wie Ozon, Schwefeldioxid, Stickstoffdioxid und Feinstaub für drei Tage abrufen.

Eva Greil-Schähs, Kronen Zeitung

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