Der Krieg im Nahen Osten verläuft nicht so, wie Donald Trump sich das vorgestellt hat. Das Regime im Iran ist immer noch nicht gestürzt, die Waffenruhe brüchig, in der Region brennt es an allen Ecken und Enden. Der täglich polternde US-Präsident nimmt inzwischen nicht nur Feinde ins Visier, sondern droht nun sogar schon eigenen Verbündeten, „sie in die Luft zu jagen“.
Trump hat am Mittwoch bei einer Kabinettssitzung im Weißen Haus dem Oman die Rute ins Fenster gestellt und mit einem Angriff gedroht, sollte das Sultanat sich bei der Wiederöffnung der Straße von Hormuz auf die Seite des Iran stellen. Oman müsse sich „benehmen“, andernfalls würden ernsthafte Konsequenzen drohen.
Trump droht Oman mit Angriff
Trump war zuvor gefragt worden, ob er eine kurzfristige Vereinbarung akzeptieren würde, wonach der Iran und der auf der gegenüberliegenden Seite des Persischen Golfs gelegene Oman die strategisch wichtige Meerenge kontrollieren könnten. „Nein, die Meerenge wird für alle offen sein“, sagte der US-Präsident. „Das sind internationale Gewässer, und Oman wird sich verhalten wie alle anderen, oder wir müssen sie in die Luft jagen. Sie verstehen das, es wird ihnen gut ergehen.“
Der Oman wird sich verhalten wie alle anderen, oder wir müssen sie in die Luft jagen.

US-Präsident Donald Trump
Bild: AP/Alex Brandon
Iran bekundet Solidarität mit dem Oman
Der Iran bekundete unterdessen seine Solidarität mit dem Oman nach den „Drohungen von US-Vertretern“, wie der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmail Baghaei, am Donnerstag mitteilte.
Das Weiße Haus antwortete zunächst nicht auf die Frage der Nachrichtenagentur AFP, ob Trump sich versprochen und eigentlich den Iran statt Oman gemeint habe. Das US-Außenministerium veröffentlichte später allerdings einen Ausschnitt und ein Transkript der Äußerungen Trumps zu Oman - ohne Korrektur oder Klarstellung.
Wichtige Vermittlerrolle im Iran-Krieg
Oman ist ein wichtiger Verbündeter der USA und hat versucht, im Iran-Krieg zu vermitteln. Der Krieg hatte Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels auf den Iran begonnen. Seitdem ist auch die Straße von Hormuz ein zentraler Streitpunkt. Durch die Meerenge wird normalerweise rund ein Fünftel des weltweit verbrauchten Erdöls transportiert.
Venezuela mit dem Iran verwechselt?
Trump verwechselte bei derselben Kabinettssitzung offenbar auch den Iran mit Venezuela. So sagte er, Venezuela habe „keine Marine mehr, keine Luftwaffe mehr“ – eine Formulierung, die Trump wiederholt mit Blick auf den Iran verwendet hatte.
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