Zwölf Tage bis zur WM

Times Square, Messi, Iran und Nacht am Flughafen

In zwölf Tagen wird die Fußball-WM in Amerika angepfiffen. Während Argentinien den Titel mit 17 Weltmeistern verteidigen will, wartet der Iran nach wie vor auf sein Visum. Eine Kolumne von „Krone“-Sportredakteur Rainer Bortenschlager ...

„Unsere 26 Krieger, die den WM-Titel verteidigen werden“, so martialisch präsentiert Argentiniens Verband das Aufgebot von Teamchef Lionel Scaloni. Mit insgesamt 17 Titel-Helden von 2022. Natürlich auch mit dem fast 39-jährigen Lionel Messi und dem exzentrischen Goalie Emiliano Martinez. Der sich beim Europa-League-Triumph mit Aston Villa zwar den Finger gebrochen hatte, aber die Endrunde ist nicht in Gefahr. Dennoch schlägt sich die Albiceleste – anders als die Truppe von Ralf Rangnick – aktuell mit mehreren Verletzungssorgen herum …

Warten auf den Kader
Kurios sind hingegen die Schlagzeilen aus Algerien, Österreichs drittem Gruppen-Gegner in den USA: Da Teamchef Vladimir Petkovic den Kader nicht offiziell verkündet hatte, schlugen Journalisten am Flughafen ihre Zelte auf. Im wahrsten Sinne des Wortes, also angeblich sogar über Nacht. Man wollte beobachten, welche Spieler in Algier landen, so Rückschlüsse auf den Kader ziehen. Erst morgen wird das Aufgebot auch offiziell.

Weiter fraglich ist aufgrund des Krieges Irans Teilnahme an der WM. Noch immer hat das Nationalteam keine Visum für die USA erhalten. Das „Basecamp“ wurde bereits von Arizona ins mexikanische Tijuana verlegt. Jetzt soll der Truppe von Amir Ghalenoei sogar vor und nach dem Spiel das Nächtigen in den USA verboten werden. Also Anreise am Spieltag. Das hat mit einer professionellen Matchvorbereitung nichts mehr zu tun. Auch wenn es nach Los Angeles, wo der Iran zweimal spielt, „nur“ 220 Kilometer sind. Aber zur Ägypten-Partie in Seattle sind es 2000 Kilometer, da dauert alleine der Flug über vier Stunden. In eine Richtung, versteht sich.

Der Times Square in New York
Der Times Square in New York(Bild: AFP/TIMOTHY A. CLARY)

Keinen Stress, aber ein starkes Sitzfleisch braucht jener Super-Fan, den Fox sucht: Der US-TV-Sender bietet 50.000 Dollar, wenn sich wer am Times Square in New York alle 104 WM-Spiele anschaut. Das wären 156 Stunden Fußball. Leicht verdientes Geld oder harte Arbeit?

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