Mi, 14. November 2018

Kunden mögens flach

23.01.2017 10:39

Nachfrage gering: Krumme und 3D-TVs sterben aus

Auf der Suche nach neuen Kaufgründen für Fernseher ist die Industrie in den letzten Jahren nicht müde geworden, neue Technologien anzupreisen. 3D-Fernseher wurden seit 2010 mit Hochdruck vermarktet, in den letzten Jahren setzten die TV-Hersteller zunehmend auf krumme Fernseher. Die jüngsten Neuvorstellungen zeigen allerdings: Weder 3D- noch krumme TVs haben eine Zukunft.

Das berichtet das TV-Technikportal "AVS Forum" in einem Rückblick auf die Elektronikmesse CES, die kürzlich in Las Vegas über die Bühne gegangen ist. Auffällig an der Messe sei heuer gewesen, dass kein großer TV-Hersteller ein Top-Gerät präsentiert hat, das über ein krummes oder 3D-fähiges Panel verfügt, streichen die TV-Spezialisten hervor.

3D-Fernseher sind jetzt endgültig Geschichte
Bei 3D-Fernsehern war es absehbar: TV-Weltmarktführer Samsung hat schon 2016 angekündigt, keine 3D-Fernseher mehr verkaufen zu wollen. Und mit LG und Sony haben nun zwei weitere Größen der Industrie das Aus für 3D-Fernseher bekannt gegeben.

Gegenüber "CNET" begründet LGs hochrangiger Produktentwickler Tim Alessi das aus für 3D so: "3D-Fähigkeit wurde in der Industrie für den Heimgebrauch nie universell angenommen und es ist einfach kein Schlüsselargument bei der Wahl eines neuen TV-Geräts." Man konzentriere sich deshalb lieber auf andere Technologien wie etwa HDR-Hochkontrastfernsehen. Bei Sony verhält es sich ähnlich, auch hier heißt es, 3D sei kein wichtiger Trend mehr am TV-Markt.

Ben Arnold vom Marktforscher NPD schließt aus der neuen Strategie: "Ich glaube, die Kunden sind zu anderen Kaufmotivationen für TV-Geräte weitergezogen. Dinge wie 4K/UHD, HDR und sogar 'smart' sind gemeinsam mit der Bildschirmgröße zu den Schlüssel-Features geworden, auf die Kunden beim TV-Kauf achten."

Krumme Fernseher noch nicht ganz passé
Bei krummen Fernsehern ist sich die Branche noch nicht so einig, doch auch hier ist ein Rückgang zu beobachten. Hatten in den letzten Jahren auf Elektronikmessen viele große Hersteller Top-Geräte mit krummen Panels im Gepäck, waren die wichtigsten TV-Neuvorstellungen auf der heurigen CES allesamt flach.

Krumme TV-Geräte gab es zwar auch, ihnen wurde aber keine allzu große Bedeutung mehr beigemessen. Beim OLED-Pionier LG verzichtete man bei den jüngsten Neuvorstellungen ganz auf krumme Modelle - dabei waren OLED-Fernseher die ersten, die es auch mit gekrümmtem Panel gab. Bei Sony sind krumme Fernseher ebenfalls nur eine Randerscheinung, Samsungs wichtigste CES-Neuheit Q9 QLED UHD TV ist ebenfalls flach.

Krümmung nur unter bestimmten Umständen praktisch
Grund für das Zurückrudern der Branche bei krummen TV-Geräten dürfte sein, dass die Krümmung nur unter bestimmten Bedingungen nützlich ist: wenn der Nutzer mittig und in recht geringem Abstand vor dem Gerät sitzt. Eine Voraussetzung, die bei TV-Geräten selten erfüllt ist. Die Folge: Krumme Displays verlieren im TV-Bereich so schnell wieder an Bedeutung, wie sie gekommen sind.

Bleiben werden sie allerdings wohl bei PC-Monitoren: Hier können sie durch den geringeren Betrachtungsabstand und den Umstand, dass der User in aller Regel direkt davor sitzt, ihre Stärken besser ausspielen. Überdies können krumme Monitore beim Arbeiten mit mehreren Displays praktisch sein, da sich die einzelnen Displays durch die Krümmung harmonischer aneinanderreihen.

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Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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