Fr, 17. August 2018

Probleme und Pannen

19.12.2016 11:35

Hat Apple 2016 den Draht zum Kunden verloren?

Für Technik-Fans war 2016 ein spannendes Jahr. Virtual Reality drängt auf den Massenmarkt, Laptop-Grafikchips sind endlich ähnlich potent wie ihre Desktop-Geschwister und sogar erste 4K-Konsolen hat man gesehen. Doch ein Gigant der IT-Branche schwächelt: Apple, so scheint es vielen Branchenkennern, hat zwar satte Gewinne geschrieben, aber dabei den Draht zum Kunden verloren.

Zu dieser Diagnose kommt das IT-Portal "CNET" bei Betrachtung der 2016 erschienenen Apple-Neuheiten. Den Anfang haben mit dem iPhone SE und dem kleineren iPad Pro zwei Geräte gemacht, bei denen es letztlich nur um die Schrumpfung bewährter Technik in ein kleineres Gehäuse ging.

Bei Freunden kompakter Geräte hat man damit zwar einen Nerv getroffen, von einer Revolution kann aber keine Rede sein.

iPhone 7 ließ bahnbrechende Neuerungen missen
Kein Wunder, dass schon im Frühling Stimmen laut wurden, die meinten, das iPhone 7 müsse etwas Bahnbrechendes werden, um Apple auf Kurs zu halten. Umso größer die Ernüchterung, als das neue Apple-Handy im Herbst enthüllt wurde.

Gut, es war wasserdicht und wurde mit einer etwas besseren Kamera ausgestattet, die wirkliche Revolution war aber bloß der Verzicht auf den Kopfhörer-Anschluss. Und damit hat sich Apple nicht unbedingt Freunde gemacht.

Ähnlich großes Erstaunen wie der Verzicht auf den Klinkenanschluss - bei Apple sprach man von einem "mutigen Schritt" - erzeugten Apples Bluetooth-Ohrhörer, die den verlorenen Anschluss kompensieren sollten.

Die mit dem iPhone 7 angekündigten "AirPods" konnten monatelang nicht geliefert werden und zu allem Überfluss gehen die kleinen Ohrstöpsel auch noch leicht verloren. Tritt dieser Fall ein, werden 70 US-Dollar fällig - pro Ohrstöpsel.

Adapterwahnsinn beim neuen Macbook Pro
Der jüngste Neuzugang bei Apple, das vor einigen Wochen enthüllte Macbook Pro mit OLED-Touchleiste, ist bei den Kunden ebenfalls nicht sehr beliebt. Das liegt vor allem an fragwürdigen Design-Entscheidungen wie der Abschaffung aller Anschlüsse außer USB-C.

Wer ein Macbook Pro hat, braucht dadurch für alle denkbaren Dinge einen Adapter: um ein Netzwerkkabel anzuschließen, ein externes Display anzusteuern oder eine Speicherkarte einzulesen beispielsweise. Und die Adapter kosten natürlich Geld.

Hinzu kommen Probleme bei der Schätzung der Akkulaufzeit, die Apple nicht etwa durch die Verbesserung der Funktion behob. Stattdessen wurde die Schätzung der Restlaufzeit einfach abgeschafft. Nach dem Adapter-Wahnsinn, sich häufenden Bildfehlern und der Erkenntnis, dass das Gerät nahezu unreparierbar ist, der nächste Rückschlag für Macbook-Nutzer.

Update-Pannen und Akku-Austauschaktion
Neben Problemen bei seinen Neuankündigungen hatte Apple heuer auch einige Pannen mit älteren Geräten und Software-Updates zu beklagen. So sorgte das kurz vor dem Verkaufsstart des iPhone 7 verteilte Update auf iOS 10 bei einigen Nutzern für kaputte iPhones. Erst vor einigen Tagen gab es überdies Berichte, wonach ein Update für die Apple Watch das Gerät beschädigen kann. Und Probleme hatten auch zahlreiche Nutzer eines iPhone 6S: Hier kam es wegen eines Produktionsfehlers zur Akku-Rückrufaktion.

Dominik Erlinger
Dominik Erlinger

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